Wer sich einen oder mehrere Apfelbäume in seinen Gartenpflanzen möchte, sollte sich – wie eigentlich bei allen Pflanzen – zunächst ein paar Gedanken machen und nicht gleich beim sogenanntes „Schnäppchen“ Angebot aus dem Baumarkt zugreifen. So ein Baum soll auch einige Jahre fruchtend im Garten verbringen.
Bevorzugt sollten alte, bewährte und regionale Sorten ausgewählt werden. Und wer auf Pflanzenschutzmittel weitgehend verzichten möchte, sollte robuste, unempfindliche Sorten wählen. Gerade der historische Obstbau mit seinen Tausenden von Sorten bietet reichlich genug Auswahl für alle Bedürfnisse des Standortes und des Apfelfreundes. Ein Garant für die Gesundheit eines Apfelbaumes ist der richtige Standort. Es muss nicht den ganzen Tag die Sonnescheinen, halbschattige Plätze werden gut angenommen. Und wer zu viel Schatten hat, findet auch seinen Baum dafür. Der Boden sollte nicht trocken, nährstoffarm sein. Auf einem guten humosen Gartenboden oder einem fruchtbaren lehmigen Sandboden ist die Auswahl an geeigneten Bäumen besonders in den regionalen Baumschulen groß. Auch im sogenannten Dauerschatten größerer Bäume gibt es mehr Stress als Freude am Apfel. Sollten zuvor Äpfel oder andere Pflanzen aus der Familie der Rosaceae am Pflanzstandort gestanden haben, wird es schwer, für den „Gartenneuling“ richtig Fuß zu fassen. Der zuvor ausgelachte Boden verfügt nicht mehr über die notwendigen lebensnotwendigen Stoffe, um ein weiteres Wachstum zu sichern. Da hilft auch kein großzügiges Austauschen des Bodens mehr. Eckart Brandt (Apfelexperte- Boomgarden) pflanzt dann lieber Steinobstarten wie Pflaume oder Kirsche und bereichert den Boden dann mit Kompost. Der Pflanzabstand richtet sich immer nach der gewählten Baumart und der Gute des Bodens. Hier gilt: Je besser und fruchtbarer der Boden, desto stärker wird der Baum. Als Faustregel gilt: Hochstammbäume auf Sämlingsunterlagen oder auf M11:8-10 m, (Baumhöhe später 5-6m), mittelstarkwachsende Halbstämme auf M7 oder M4:5-6m (Baumhöhe später 3-3m), schwächer wüchsige Buschformen auf MM 106 oder M26: 3-4m. (Baumhöhe später um 3m). Alles etwas kompliziert…. In diesem Fall fragen Sie Ihren Apfelbaumexperten vor Ort und alles entschlüsselt sich verständlich und nachhaltig. Damit es später auch fruchtet macht es immer Sinn, dass sich in unmittelbarer Nähre ein weiterer Apfel befindet. Selbst Bienen und Hummeln könnten noch so fleißig sein, ihre Arbeit würde nicht fruchten. Der Pollenaustausch findet nur bei gleichzeitig blühenden Exemplaren statt. Fruchtbar sind die Pollen diploider Sorten, triploide Sorten haben unfruchtbare Pollen. Dazu zählen Gravensteiner, Boskoop, Jakob Lebel, Horneburger Pfannkuchen ect.
Kleiner Tipp: Wer viele unterschiedliche Apfelbäume pflanzt, braucht sich über die Befruchtung keine Gedanken zu machen.
Quelle: RATGEBER ALTE APFELSORTEN – Empfehlung für Hausgärten und Streuobstwiesen in der Metropolregion Hamburg. – BUND Landesverband Hamburg e.V
'Baumanns Renette' (Elsaß 1800) / 'Purpurroter Cousinot' (Deutschand 16. Jhd.) / 'Schöner von Boskoop' (Holland/Belgien 1856) / 'Wohlschmecker aus Vierlanden' (Hamburg) / 'Jonagold' (xxxx) / 'Schöner von Boskoop' (Holland/Belgien, 1856) / 'Angelner Herrenapfel' (Sörup, Schleswig-Holstein, 19. Jhd.) / 'Stina Lohmann' (Kellinghusen um 1800) / 'Finkenwerder Herbstprinz' (Niederelbe, um 1860) / 'Holzsteiner Cox' (Eutin, 1918) / 'Ingrid Marie' ( Dänemark, 1910) / 'Rote Sternrenette' (Rheinland, 18. Jhd.) / 'Martini' (Holstein, 1875) / 'Stahls Winterprinz' (Norddeutschland, ohne Jahr) / 'Alkmene' (Müncheberg, 1930) / 'James Grieve' (um 18. Jhd. gezüchtet) / 'Jakob Lebel' (Frankreich, 1825) / 'Roter Boskoop' (Rheinl.1923) / 'Witzeezer Knickapfel' (um 1890 gezüchtet) / 'Roter Cox Orange' (von 1850) / 'Rote Goldpamäne' (Frankreich vor 1700) / 'Juwel aus Kirchwerder' (Elbmarschen ohne Jahr) / 'Finkenwerder Herbstprinz' (Alten Land, ca. 1860) / 'Geheimrat Dr. Oldenburg' (1897 Geisenheim) / 'Altländer Pfannkuchenapfel' (Vor 1840 Zufallssämling im Alten Land) / 'Gravensteiner' ( im 18. Jhd. bereits bekannt) /
Was passiert da gerade im Garten unter dem Apfelbaum? Mitten im Jahr fällt der "Juniorapfel nicht weit vom Stamm" obwohl es zur Reife Warum ist das im Juni so? Jahr für Jahr (wenn es mit der frühzeitigen Befruchtung geklappt hat) entlastet sich Apfel und Birne von ihren Früchten. Dieser „Junifruchtfall“ ist in jedem Fall ein ganz natürlicher "bereinigender" Vorgang. Der Baum muss sich zum eigenem Leben oder genauer Überleben von der "Früchtchen" verabschieden, die er nicht ausreichend ernähren kann. So haben und werden quasi "hängenbleiber" besser mit Nährstoffen versorgt, was zweifellos zur besseren Qualität sorgt. Was den Vorteil hat, dass die noch vorhandenen Früchte genügend Nährstoffe erhalten, um groß zu werden und eine gute Qualität zu erzielen. Wer zuvor wenige Wochen - nach der Blüte - durch den Einsatz beispielsweise einer Rosenschere kann zu diesem Zeitpunkt bereits für eine verbesserte Erntequalität sorgen. Was wäre zu tun gewesen? Es müssen dann viele Fruchtansätze soweit entfernt werden, dass zum Schluss an jedem Blütenstand noch ein bis zwei Früchte übrig bleiben. Ehrlich gesagt, bin ich dafür zu faul und warte auf den Einsatz der Natur.

Ein Apfel hat eine schwerwiegenden Geschichte für unseren menschlichen Werdegang? Steht er gar für Verführung? Die Frucht war schön anzusehen.
Dem ersten Schritt sollte der zweite folgen. So ist es uns bekannt. Aber war es wirklich ein Apfel?
Ein Apfel zeigt sich von verschiedenen Seiten. Er kann grün, rot oder gelb sein. Jedes Mal kann es sich um ein Geschmackserlebnis handeln, wobei die Farbe offensichtlich auch der Mode unterliegt. Ein Genuss scheint es wohl immer zu sein. Natürlich muss man gar nicht von den Inhaltsstoffen reden. Es gab mal einen berühmten Mönch, der sich ausschließlich von einem täglichen Glas Milch und einem Apfel ernährt hatte und ein gutes Lebensalter damit erreichen konnte. Wer weiß, womit wir uns eines Tages zufriedengeben müssen, aber eines ist klar, der Apfel ist nicht das Schlechtes, was die Erde uns zu bieten hat.
Guten Appetit! Eure Incha Von Roenn
Nein, Säulenobst ist nicht automatisch selbst befruchtend. Die Säulenform beschreibt nur das Wachstum (schmal und aufrecht) – ob ein Baum Früchte trägt, hängt immer von der jeweiligen Sorte ab.
Es gibt dabei drei Möglichkeiten: Selbstfruchtbare Sorten: tragen auch allein Früchte. Teilweise selbst fruchtbare Sorten: bringen mehr Ertrag mit einem zweiten Baum. Nicht selbst fruchtbare Sorten: brauchen zwingend einen passenden Befruchter in der Nähe. Gerade bei Säulenäpfeln und -birnen ist es oft so, dass sie nicht zuverlässig alleine tragen und von einer zweiten Sorte profitieren. Einige Praxis-Tipp: Für sicheren Ertrag pflanzt man am besten zwei unterschiedliche, aber zueinander passende Sorten (mit ähnlicher Blütezeit). Säulenobst ist platzsparend und gut geeignet für kleine Gärten – aber nicht immer selbst fruchtbar. Mit der richtigen Kombination hast du deutlich bessere Erträge.
Bei Steinobst in Säulenform ist die Selbstfruchtbarkeit nicht einheitlich geregelt – das hängt natürlich stark von der Obstart und Sorte ab. Pfirsich & Nektarine: in der Regel selbst fruchtbar, tragen also auch alleine zuverlässig. Aprikose: oft selbst fruchtbar, aber etwas unsicher wegen früher Blüte (Frost). Zweite Sorte kann helfen. Pflaume/Zwetschge: teils selbst fruchtbar, teils nicht – ein Befruchter verbessert meist den Ertrag deutlich. Süßkirsche: häufig nicht selbst fruchtbar → hier ist meist ein Befruchter notwendig (Ausnahme: spezielle selbst fruchtbare Sorten). Verständliches Fazit: Steinobst-Säulen sind nicht automatisch Selbstgerechter. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst (mehr Ertrag, stabilere Fruchtbildung), sind zwei passende Sorten immer die bessere Wahl – oder du entdeckst ein geeigneter Baum in der Nachbarschaft. So habe ich es auch praktiziert.