Appelbarg - August


Dieser Appelbarg ist für mich ein Ort, an dem die Natur nicht nur sichtbar, sondern spürbar wird. Es ist, als würde hier ein eigener Herzschlag pulsieren – im Takt der Jahreszeiten, leise und doch kraftvoll.

Die Landschaft wirkt vertraut und zugleich immer neu. Alte Obstbäume tragen Erinnerungen in sich; jedes Jahr schenken sie Blüten, Früchte und damit ein Gefühl von Verlässlichkeit. In den Knicks und Hecken regt sich ein verborgenes Leben, das mich daran erinnert, wie viel geschieht, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Und die umliegenden Wiesen und Felder – sie verändern sich täglich, als wollten sie zeigen, dass Stillstand in der Natur nicht existiert. Der Wechsel der Jahreszeiten offenbart mir eine Wahrheit, die auch für das eigene Leben gilt:

Im Frühling ist da Aufbruch, zart und voller Erwartung.
Im Sommer zeigt sich Fülle und Kraft, ein Gefühl des Ankommens.
Im Herbst wandelt sich alles in Reife und Dankbarkeit.
Und im Winter – da liegt die Kraft im Rückzug, im Schweigen, in der Sammlung.

Jetzt, im August, spüre ich die Natur auf einem Höhepunkt. Alles wirkt rund, ausgeglichen, vollendet – als hielte das Leben für einen Moment inne, um sich selbst zu betrachten. In dieser Fülle liegt für mich persönlich ein Trost: Sie zeigt mir, dass auch mein eigenes Leben Phasen kennt, in denen alles gleichzeitig reif, schwer und reich erscheint.

Dieser Appelbarg ist mehr als ein Ort. Für mich / uns ist er Erinnerung an einen besonderen Menschen, der mit unglaublicher Weitsicht und Naturverbundenheit hier entworfen, gepflanzt, und gelebt hat. Diese botanische Vielfalt ist zugleich eine Botschaft: dass ich immer wieder zurückkehren kann, um zu schauen, zu spüren, zu staunen – und mich daran zu erinnern, was wesentlich bleibt. Danke dir.

John, Petra, Anne & Marie


Ist ein Garten, ein Park oder beispielsweise eine Obststreuwiese Natur? Sie sind in diesem Zusammenhang von Menschen gestaltet, doch in ihnen leben Pflanzen, Tiere und natürliche Prozesse. Sie sind keine wilde Natur, aber wir erleben in ihnen die Natur – nah, sichtbar und berührbar. Fazit: Ob ein Garten, ein Park oder eine Obststreuwiese „Natur“ ist, hängt stark davon ab, wie man Natur definiert:

  1. Streng biologisch:

    • Natur ist alles, was ohne menschliche Eingriffe existiert.

    • Nach dieser Definition sind Gärten, Parks oder Obstwiesen nicht Natur, da der Mensch Pflanzen auswählt, anordnet oder pflegt.

  2. Ökologisch-funktional:

    • Natur kann auch die Lebensräume umfassen, die von Menschen geschaffen oder gepflegt werden, solange ökologische Prozesse ablaufen.

    • Eine Obststreuwiese bietet Lebensraum für Insekten, Vögel und Wildpflanzen – sie ist „naturnah“ oder „halbnatürlich“.

  3. Wahrnehmungsbasiert:

    • Wir empfinden als „Natur“ oft alles, was grün, offen und lebendig wirkt, selbst wenn es kultiviert ist.

    • Ein Park oder Garten kann also subjektiv Natur sein, auch wenn er technisch gestaltet wurde.

Fazit: Streng genommen: Kultivierte Flächen sind keine Natur.

  • Ökologisch oder im Alltagsbewusstsein: Sie sind „naturnah“ oder Teil unserer Naturerfahrung. Natur ist also ein fließender Begriff, abhängig von Perspektive und Kontext.



„Dies sind die Früchte gemeinsamer Aktivitäten.“


In unserer Wahrnehmung endet die Natur dort, wo der Mensch sichtbar eingreift. Alles, was ungestört, ursprünglich oder unverfälscht wirkt, gilt als Natur – alles Geformte, Gepflegte oder Künstliche erkennen wir als Grenze. Natur ist also ebenso ein Gefühl wie eine Realität.

 



„Unser Apfelbarg ist ein lebendiges Habitat für Fauna, Flora und Mensch – ein Ort, an dem Obstbäume Nahrung schenken, Vögel zwitschern, Insekten summen und wir selbst verantwortungsvoll für Schutz und Raum zum Wachsen sorgen. Hier verschmelzen Natur und Kultur zu einem harmonischen Lebensraum.“ – John & Petra


Der Apfel ist heute Symbol für Gesundheit, Natürlichkeit und Lebensfreude – ein einfaches, alltägliches Bild, das zugleich für Ursprung, Wissen und Verführung steht. Ein Archetyp, der seit Jahrhunderten Bedeutung trägt. Was ist damit gemeint, wenn man sagt, der Apfel sei ein Archetyp: Er ist mehr als nur Obst – er ist ein tiefes Symbol, das seit Jahrtausenden menschliche Vorstellungen von Leben, Erkenntnis und Versuchung bündelt.