Interview zum Thema „bienenfreundlicher Garten“ mit Gartenbotschafter John Langley®



Wir haben den bekannten Gartenbotschafter John Langley® zum Interview eingeladen und ihn gefragt, worauf man bei „bienenfreundlichen Blumen und Pflanzen“ achten sollte und wie man den Bienen sonst noch Gutes tun kann.


Gartenbotschafter John Langley® on Tour
Gartenbotschafter John Langley® on Tour

Welche Pflanze hältst du für die bienenfreundlichste Pflanze, die jeder auf seinem Balkon oder in seinen Garten pflanzen sollte? - Langley: Aus der Fülle der bienenfreundlichen Garten-Gewächse im Blumenbeet fallen mir ganz spontan Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, Astern und ungefüllte Dahliensorten ein. Wer noch geeignetes an Bäumen und Sträuchern sucht, pflanzt gerne Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Weißdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu oder ungefüllte Rosen als Bienenweide. Im Gemüsebeet freuen sich – um eine kleine Auswahl zu nennen – Ackerbohnen, Kleearten, Borretsch, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren, Gewürzkräuter über jeden Besuch. Und auch Balkon-Enthusiasten sind gut beraten, wenn nicht nur Goldlack, Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen, Küchenkräuter (Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Thymian) für genügend Aufmerksamkeit sorgen.

 

Und worauf sollte man bei der „Nährbotanik“ verzichten? - Langley: Auf Pflanzen, die besonders für Bienen und ihre wilden Geschwister keine „Tracht“ möglich machen. Damit sein bei genauer Betrachtung zunächst Nektar, Pollen, Honigtau, Baumharz oder Wasser gemeint. Es gibt eine Vielzahl an Botanik – wo auch immer verortet - nicht von BIENENWEIDE gesprochen werden kann. Dazu gehören Forsythia, Zaubernus, Hasel, Ranunkelstrauch, Magnolia (alle Arten) und nicht zuletzt Stiefmütterchen, Primeln, Tulpen, Narzissen und leider auch sommerblühende Pflanzen wie Pelargonien oder das beliebte Fleißige Lieschen. Mein Tipp: Einfach den Gärtner oder Gärtnerin fragen, dann klappt das auch mit den Bienen & Co. Und selbst immer darauf achten, dass Staubgefäße einer blühenden Botanik deutlich zu erkennen sind und diese auch Pollenstaub abgeben, dann gelingt auch die Biodiversität. Leider sehen viele Pflanzen gut aus, bieten aber weder Nektar noch Pollen.

 

Welche Balkon-Pflanzen und Gartenkräuter lieben Bienen besonders? - Langley: Hier würde die Antwort jeglichen Rahmen sprengen. Ich mag besonders das Kaukasusvergissmeinnicht (bot. Brunnera macrophylla), deren frühe Blüte dient den Insekten im Anschluss an den Winter, als eine der ersten Vorspeisen neben Krokus und Co. im Garten. Fast schon ein Klassiker ist der Felsen-Storchschnabel 'Spessart' (bot. Geranium macrorrhizum 'Spessart'). Seine Blüten sorgen von Mai bis Juli für großes Interesse. Loki Schmidt hat sie mit „Frau Mantel“ angesprochen. Gemeint ist der Großblättrige Frauenmantel (bot. Alchemilla mollis). Die gelblich-grünen Doldenblüten sind immer das Ziel suchender Insekten. Und zu meiner Freude darf ich noch die Große Fetthenne 'Herbstfreude' (bot. Sedum telephium) aufzählen. Ihre Blütezeit von Anfang August bis Ende September ist ein absoluter Gewinn für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. 



Hast du eigentlich auch eigene Bienenvölker? - Langley: NEIN, aber inzwischen kenne ich eine Vielzahl engagierter Imker und Imkerinnen und bin begeistert von deren Naturverständnis und nicht nur in verantwortlichem Umgang mit der gefährdeten Natur. 

 

Was tust du persönlich gegen das Bienensterben? Langley: Durch zunehmende Sensibilisierung ist dieses seit wirklich vielen Jahren immer noch ein aktuelles Thema. Und als Garten- und Loki-Schmidt-Botschafter deshalb ein besonderes Anliegen zum nachhaltigen HANDELN während vieler Vorträge vor Landfrauen mit dem Thema „Gärtnern beginnt im Kopf“ aufzuklären. Das Interesse ist gerade auf den Gartenmessen, Aktivitäten der „offenen Gärten“ oder bei der aktuellen Aktion „EIN METER FÜR DIE BIENEN“ in Husum groß. Und dann nutze ich fast jeden Quadratmeter, um mit gutem Gewissen über den Gartenzaun schauen zu können.

 

Was kann deiner Meinung nach jeder mit einfachen Mitteln für den Bienenschutz tun? - Langley: Da es fast schon überall ein Tütchen Saat verschenkt wird, sollte ein Start auf dem Balkon oder Garten ohne Probleme möglich sein, um eine Bienenweide anzulegen. Wer sich seine Saatgut-Mischung besorgen möchte, sollte bevorzugt auf regionale und mehrjährige Zusammenstellung achten. Ein totaler oder zumindest umsichtiger Verzicht seine Pflanzen mit „Gift“ zu behandeln. Das eigene Refugium nicht flächendeckend „zu schottern“. Blühende Wildpflanzen pflanzen, sie und eine Vielzahl an Bienenweide und „Nährbotanik“ bereichern auch unsere Gärten.


Quelle: https://www.wohnfreude.de/bienchen-und-bluemchen.html


Fotos (C): Petra Schweim


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