Wasser im Garten - was ist total überflüssig?


Lebenselexier Wasser - Ausreichend mit Wasser versorgt zu sein ist für Pflanzen überlebenswichtig. Krautartige Pflanzen bestehen zu 70 bis 95 % aus Wasser. 98 % des aufgenommenen Wassers geben sie mittels Verdunstung wieder an die Atmosphäre ab. Nur 2 % verbleiben zum Aufbau des Pflanzenkörpers. Dieser hohe

Wasserverbrauch erklärt sich aus der Tatsache, dass Pflanzen die notwendigen Nährstoffe nur in Wasser gelöster Form und in sehr niedriger Konzentration aufnehmen können.


Wasser klug  nutzen.


GEWUSST? Selbst bei brütender Sommerhitze lässt sich Wasser im Garten sparen. Es ist ganz einfach, man braucht nur das teure Trinkwasser eher selten aber dafür ergiebiger auf die Wurzeln seiner Pflanzen zu bringen.



TIPP: Wenn beispielsweise der Gartenboden etwa 10 cm tief ausgetrocknet ist, sollte man ihn mit zwei großen Gießkannen pro Quadratmeter gezielt bewässern. Wer so gießt, geht am sparsamsten mit Wasser um. Wenn die Natur im Wurzelbereich überlebt, sieht man den Erfolg sofort.

GEWUSST? - Möglichst selten, aber durchdringend gießen Mit 1 l Wasser je m² wird eine etwa 1 cm dicke Bodenschicht durchfeuchtet. Weil sich die Hauptwurzelzone der meisten Gemüsepflanzen in einer Tiefe von 10 bis 30 cm befindet, muss eine normale Gießwassergabe mindestens 10 bis 20 l betragen.

TIPP: Beim morgendlichen Gießen oder wenn nötig auch WÄSSERN verdampft viel weniger kostbares Nass ungenutzt. In der prallen Sonne können die aufgeheizten Pflanzen durch kaltes Wasser sogar einen Temperaturschock erleiden und reagieren sofort mit WELKEN darauf. Nur zur Info: Ein abendliches "Pflanzendusche" fördert unweigerlich diverse Pilzkrankheiten und aktivere Schneckenbewegungen

ERINNERUNG: Bei unmittelbarer Sonneneinstrahlung kann die Blatt-Temperatur deutlich höher als die Lufttemperatur liegen. Viele Pflanzenarten leiden dann (wie wir oft auch) unter akutem Hitzestress. Bereits bei über 40°C zeigt die lebensnotwendige Photosynthese Mangelerscheinungen, die Natur erfährt ihre Grenzen. TIPP: Oberflächliches Hacken + Mulchens sorgt - trotz der handwerklichen Mühe - für entsprechende Bodenfeuchtigkeit.

ERINNERUNG: Wasser ist die Grundlage pflanzlichen Lebens; der Druck des Zellwassers gibt bevorzugt jungen Pflanzen Gestalt und Festigkeit. Es durchströmt die Pflanze in feinsten Leitungen von der Wurzel bis zu den Blattspitzen und dient ihr als Transportmittel. Ohne einen ausreichenden Wasserfluss in der Pflanze werden die Lebensvorgänge in den Zellen völlig gestört. Das bedeutet, dass bei länger anhaltenden Wassermangel sich die Lebensvorgänge in der Pflanze verlangsamen, fehlt Wasser völlig, so verliert sie ihr vegetatives Leben. SIGNAL: Jeder weiß es, dass durch Sonnenlicht Wärme entsteht. Diese wird durch Wasserverdunstung (Verdunstungskälte) ausgeglichen. (Daher ist der Aufenthalt im Laubwald besonders erholsam und erfrischend) Wenn der Wasserstrom in der Pflanze zur Kühlung nicht ausreicht, so "verbrennen" zuerst die Blattränder von der Spitze her. Braune Blattränder sind deshalb ein sichtbares Zeichen für "WASSERSTRESS & TROCKENHEIT". 

SPARSAMKEIT: Nach hohen Wassergaben ist eine angemessene Gießpause (je nach Wetterlage versteht sich) einzuhalten. Entsprechend den jeweiligen Bodenverhältnissen und Lage der bepflanzten Fläche ist zu beachten, dass sandige Böden 20 l und lehmige sogar bis zu 50 l Wasser je m² und 20 cm Schichthöhe speichern können.

NÄSSE pur: Zu hohe Wassergaben (ständiges Bewässern) können Nährstoffe ins Grundwasser auswaschen. Da viele Gärten per se überdüngt sind, ist das grundsätzlich ein Problem.

BEACHTEN: Bei zu geringer Gießmenge verdunstet (besonders an warmen und aufgeheizten Momenten) das meiste Gießwasser bereits an der Bodenoberfläche. Durch unzureichendes häufiges Gießen 'erzieht' man die Pflanzen zu Flachwurzlern. Diese können dann auch kurze Trockenperioden meist nicht ohne Schaden überstehen. Das wird oft beim Rasen so gemacht. 

TIPP: Den Rasen - wenn überhaupt - wässern, wenn es zuvor geregnet hat, dann dringt die Feuchtigkeit tiefer ins Erdreich und die Wurzeln folgen naturgemäß dem Wasser. 

APROPOS: Rasen in der Trockenzeit - Bei Hitze sollte man seinen Rasen nicht zu kurz halten. Auch zu häufiges Mähen macht den Rasen empfindlicher gegenüber Trockenheit. ACHTUNG: Auch den Rasenroboter mal eine Mäh-Pause können.