'Schwarzes Gold' auf dem 'Appelbarg'



Lateinisch heißt Kompost "Componere", was so viel bedeutet wie zusammensetzen. Oft wird nur der sogenannte halbverrottete oder angerottete Frischkompost/Mulchkompost im Garten benötigt. In diesem Zustand werden besonders die wichtigen Bodenorganismen gefördert. Mulch belüftet den Oberboden (Mutter- oder genauer Oberboden) gut. Es ist bei diesem "Kompostverfahren" kein Umsetzen nötig, da der Mulch bereits nach 2-4 Monaten verwendbar ist. Doch VORSICHT bei Neubepflanzung. Frischkompost hat einen wesentlich höheren Salzgehalt als ausgereifter Kompost. Deshalb sollte er besonders bei Blumenzwiebeln nicht mit eingraben werden. Die Natur soll doch leben. Bei einer offenen Kompostmiete wird der Rotteprozeß dadurch beschleunigt, dass dieser nach drei Monaten umgesetzt wird. Der Kompost ist im Sommer nach 4-6 Wochen und in Wintermonaten nach 6-9 Wochen - nach einmaliger Umsetzung - wie sagt man es in diesem Fall -  reif für den Garten. Wer ist das nicht? 


Kompostieren beginnt im Kopf und nicht im Garten.


Kompost kann insbesonders als "Bodenverbesserer" zur Untermischung bei Neuanlagen, Beigabe ins Pflanzloch, oder vor der Bepflanzung im Gemüsebeet zugegeben werden. Dabei sollte vermieden werden, dass die Einbringtiefe wesentlich mehr als ca. 10 cm beträgt und auch, dass die Pflanzenwurzeln im reinen Kompost stehen. Für empfindliche Arten, könnte der Salzgehalt im Kompost (nach einer Messung ist man vorher schlauer) und die sich daraus ergebende Düngewirkung "viel" zu hoch sein. Entgegen der landläufigen Meinung ist Kompost nicht "sauer".  Ein "perfekter" PH-Wert liegt zwischen 7 und 8, also neutral bis leicht basisch und daher für den sauren Böden bestens geeignet.


Man sagt: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Kompost". Ob als offenes System im Garten, als Hügel-, Hoch- oder Kraterbeet, selbst "verschlossene" Thermokomposter und hölzerne Wurmbänke sorgen für einen kleinen, aber wichtigen ökologischen Kreislauf. Dabei helfen Milliarden von Bodenorganismen. Gründlichstes Mischen und Zerkleinern der Biomasse lässt die Kleinstlebewesen richtig aktiv werden. Genügende Belüftung schützt vor Fäulnis und sorgt auch dafür, dass wertvolle Rohstoffe im Garten erhalten bleiben. Pralle Sonne? Kein Problem: Pflanzen wie Haselnuss, Holunder, Mais, Sonnenblumen oder Stangenbohnen sorgen in den sommerlichen Monaten für genügend Schatten rund um den Kompost"haufen". Dauerregen im Winter? Das könnte allerdings zum Problem werden. Hier hilft bereits eine Wasser abweisende Plane, um seinen Kompost vor durchgehender Vernässung zu schützen. Erforderlich ist diese Maßnahme allerdings nicht, zumal ein geeigneter Kompoststandort "bodentechnisch" immer wasserdurchlässig sein sollte.

Guter Kompost entsteht aus organischen Resten, den Umwandlungsprozess nennt man Rotte, Bodenorganismen sorgen für geruchsfreie Zersetzung. Und dieses ist durch eine vielseitige Zusammenstellung möglich. Das bedeutet: Nie größere Mengen eines Materials verwenden (zum Beispiel Äpfel oder Laub, oder, oder). Ein besseres Kompostergebnis wird durch Mischen und Zerkleinern mittels eines Schredders erreicht. Du solltest auf besonders gute Luftzufuhr im Kompost und deshalb auf ausgewogene Feuchtigkeit achten.


"Wo ein Wille ist, ist auch ein Kompost".


Wenn wieder massenhaft und unerwartet ;-) das viele Laub von Sträuchern und Bäumen zu Boden fällt, dann sollte diese "wertvollen" organische Menge für den ökologischen Kreislauf im Garten erhalten bleiben. Wer dann sein Laub gut häckseln, verbessert für die Rotteorganismen deren Tätigkeit, weil durch die Verkleinerung eine größere Angriffsfläche entsteht. Ist doch logisch. Oder? Das gilt natürlich auch für das Laub von Pappeln, Nussbaum, Kastanien und wenn man möchte für Buchenlaub. Aber auch hier gilt, völlig trocken darf auch diese "Fallbotanik" auf keinem Fall aufgeschichtet werden. Mikroorganismenwürden sich "ihre Zähnchen daran ausbeißen". Es empfiehlt sich deshalb, allzu trockenes Laub lagenweise leicht etwas anzufeuchten, sodass stets genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Nur so funktioniert KOMMPOSTIEREN. Eine mögliche Zugabe von handelsüblichen Kompostbeschleuniger unterstützen die rottefördernden Bakterien und sorgen dafür, dass der "Speiseplan" für die aktiven

Mikroorganismen nicht mehr ganz so eintönig ist. Und noch ein grasgrüner Tipp: Viele lassen bei sonnigen Wetter den abgeschnittenen Rasen auf dem Boden kurz antrocknen (Verlust der Feuchtigkeit). Dann lässt er sich "schneller und besser" kompostieren. Beim "englischen" Mähen kann das abgeschnittene Grün durchaus liegen bleiben. Noch ein Tipp: Größere Mengen lassen sich besonders unter Rhododendren oder anderen immergrünen Gehölzen als Mulchmaterial nutzen. Ist doch Grass – oder?


Natürliche Nahrung für ein intaktes & gesundes Leben im Boden.


Kompost ist unbestritten als ein natürlicher Dünger zu verstehen und ein ideales zusammen getragendes "Medium", um den Boden (nicht nur im eigenen Garten) zu verbessern. Kompost düngt die Botanik, lockert den Boden, speichert Wasser, erhöht die Bodenfruchtbarkeit und fördert das lebenswichtige Bodenleben. Kompost enthält natürlicherweise alle Haupt- und Spurennährstoffe. Entsprechend kann die Versorgung des Bodens und der Pflanzen mit Nährstoffen nahezu vollständig abgedeckt werden.

Nur bei Stickstoff, der im Kompost zum größten Teil organisch gebunden ist, kann zusätzlicher Düngebedarf entstehen. Kompost ist Nahrung für ein gesundes Bodenleben. Er wirkt gegen Krankheitserreger aus dem Boden (z. B. Nematoden) – der so genannte phytosanitäre Effekt – und fördert so die Pflanzengesundheit.

 

Quelle: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (1999): Leitfaden zur Kompostierung im Garten.


Natürlicher Lebensraum auf dem 'Appelbarg'



Es ist nicht die klassische Benjes- oder Totholzhecke aus locker aufgehäuften Ästen und Zweigen. Was sich in den 80er Jahren entwickelt hat, nämlich die sinnvollere Nutzung von überwiegend Gehölzschnitt aus dem Garten wurde in diesem Projekt auf dem 'Appelbarg' handwerklich und gedanklich "modifiziert'. Es entstand auch kein gewaltiger Wall, "stacheligen" Zaun- bzw. steinigen Mauerersatz über 6 Meter entlang der Grundstücksgrenze. Dieser Bereich neben den inzwischen großen Birken und hinter der bereits angelegten Vogelschutzhecke aus Holunder, Weißdorn, Apfelbeere, Eberesche, Kornelkirsche, Pfaffenhütchen und Berberitze sind zusätzliche Nahrungsquelle und wertvoller Unterschlupf- und Nistmöglichkeit nicht nur für die heimische Vogelwelt. Wir entscheiden immer, was kommt auf den Kompost oder wird für der 'Appelbarg-Lebensraum" verwendet. Diese lockere Anhäufung von Schnittgrün, Boden, Ästen und Schredder bildet einen stabilen, ständig wachsenden vegetativen Sichtschutz - parallel zur Grundstücksgrenze und zum öffentlichen Weg.  Und hier entwickelte sich bereits nach kurzer Zeit des Aufbaues ein interessantes Eigenleben. Wer "etwas" Platz am Rand seines Garten hat schafft ganz nebenbei ein intaktes Biotop nicht nur für viele tierische Lebewesen. Eigentlich ganz im Sinne einer "Benjeshecke" Entsorgung, Lebensraum und Sichtschutz.



Nicht "vermessen". Ein pH-Wert klärt auf.



Ein pH-Wert gibt Auskunft darüber, ob ein Boden alkalisch, neutral oder sauer ist. Ein pH-Wert gibt vereinfacht gesagt, über den Säuregrad im Bodenwasser genaue Auskunft. Die im Kompost angesiedelten Organismen bevorzugen ein schwach saures bis schwach alkalisches Milieu (pH um 7). Dieser pH-Bereich stellt sich meist von selbst im Kompost ein, ohne dass regulierend (z.B. durch eine Kalkzugabe) eingegriffen werden muss. Voraussetzung hierfür ist aber wiederum eine lockere, strukturreiche Mischung der kompostierbaren Stoffe. Letztendlich sorgt eine gute Mischung für einen "wertvollen" Kompost. In dicht lagerndem, faulendem Kompost ohne ausreichenden Sauerstoff kann der pH-Wert rasch in den sauren, für die Verrottung ungünstigen Bereich absinken. Wer zu  trocken Kompostiert wird schnell einem weißgrauen Schimmelbelag entdecken und einem pilzähnlichen Geruch wahrnehmen. Kein Kompostieren bei absoluter Trockenheit. Warum? Der eigentliche lebensnotwendige Prozess der Rotte findet natürlich nicht statt.  Wer überwiegend Laub bzw. Gehölzhäcksel zusammenträgt und sich dann diese Mischung über mehrere Tage stark erhitzt, hat letztendlich verloren. Ok, Wassermangel lässt sich beheben, indem man den Kompost umsetzt und dabei feuchte, krautige Abfälle (Gras, Gemüseabfälle) zumischt oder gezielt bewässert.


Stangenbohnen pH 7,1  (6,0 - 7,5)
Stangenbohnen pH 7,1 (6,0 - 7,5)

Das pH 3000 erfüllt alle Forderungen an ein pH-Messgerät für den Einsatz im Bereich Bodenanalytik in idealer Weise. Es ist speziell auf die Bedürfnisse einer "vor-Ort-Messung" im Profi-Gartenbau und Anwendung im Garten ausgelegt. Das Gehäuse des Grundgerätes ist robust, temperaturunempfindlich und bietet Schutz vor Nässe und Luftfeuchte. Die speziell für Bodenanalysen entwickelte Einstich-pH-Gelelektrode ist für die Direktmessung als auch für Messungen in wässrigen Lösungen gut geeignet. Kompostanlagen, zur Sicherheitskontrolle bei Verwendung von Kompost als Boden Verbesserungsmittel oder Zuschlagsstoff.


Erdbeeren schätzen Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,5. Geht aber auch so.....
Erdbeeren schätzen Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,5. Geht aber auch so.....

Ein Unterschied fällt aber auch hier auf, denn der ideale Boden-pH-Wert für Zucchini könnte sogar etwas höher als bei Gurken, zwischen 6,5- 7,5 sein. Mal sehen, was wir trotzdem ernten.
Ein Unterschied fällt aber auch hier auf, denn der ideale Boden-pH-Wert für Zucchini könnte sogar etwas höher als bei Gurken, zwischen 6,5- 7,5 sein. Mal sehen, was wir trotzdem ernten.