Blühende, artenreiche Wiesen.

Eine blühende Blumenwiese ist der Traum vieler Naturfreunde. Der Wunsch nach einer wogenden, leuchtenden,duftenden Blumenwiese ist leider häufig Illusion in unseren Gärten. Lage, Klima, Bodenverhältnisse sind dafür entscheidend. Es stimmt: Für eine schöne Wiese gegenüber dem intensiv gepflegten Rasen spricht natürlich die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren.

Den Rasen nicht mehr mähen zu wollen, zu müssen, sondern ihn einfach "blühend" verwildern lassen: So funktioniert es leider nicht mit der Blumenwiese im Garten. Auch wenn der Wunsch der eigentliche Gedanke ist. Es entwickelt sich dort nicht von selbst eine standortgerechte Vegetation, oft "gewinnt" oder besser überwuchert nur das wüchsigste Wildkraut. Und genau diese "Spontan-Botanik" wird dann als "Unkraut" gesehen und durch aktive Beseitigungsmaßnahmen auch so verstanden.

Es gibt - um es gleich vorweg zu sagen - es gibt eigentlich keine Blumenwiese, die während der ganzen Vegetationszeit blüht.

Obwohl beim Trockenrasen der Blüheffekt am anhaltendsten ist, weil er wenig geschnitten wird.

Die oft gewünschten Mohn- und Kornblumen sind Ackerblumen und können sich daher auf dichtnarbigen Wiesen mit einer überwiegend geschlossenen Pflanzendecke nicht so entwickeln, wie wir es gern hätten.

Dennoch ein kleiner Tipp: Zunächst Kräuter (2-4g/m2) tief aussähen 1,5-2,0 cm, Schafgarbe, Akelei, Gänseblümchen, Wilde Möhre, Vergissmeinnicht, Wiesenklee, Mohn, Glockenblume und Kamilie. Dann darüber Wiesensaat geben (Lichtkeimer).

TIPP: Bitte nur eine gute, hochwertige Saat verwenden. Am besten 10.000 Pfl. / m2 (15-20g) - je geringer das Gewicht der Aussaatmischung, umso qualitativ hochwertiger die Wiese.

Es gibt ganz natürlich noch einen weiteren Weg zum blühenden Erfolg.

Zunächst den pH-Wert (für Rasengräser künstlich absenken durch sogenanntes Aufkalken. (Ein Aufkalken ist bei versauerten Böden zu erwägen (pH < 6.0). Bei einem pH von knapp über 6 ist eine Erhaltungskalkung anzustreben. Vor dem Aufkalken unbedingt eine Bodenanalyse der betroffenen Fläche durchführen, nur so ist ein gezielter Einsatz der Düngemittel ohne unerwünschte Nebenwirkungen gewährleistet. Das Ziel einer Aufkalkung ist das Anheben des pH-Wertes um einen halben Punkt (z.B. von 5.5 auf 6.0). Mit Loseprodukten wird dies in einem, mit abgesackten Produkten in zwei oder mehr Austrägen erreicht.)

Dann überlässt man die Fläche sich selbst, bis sich im Jahr darauf vereinzelte Wildkräutereinfinden, die nach zwei bis vier Jahren zu einer ökologisch wertvollen Wildwiese wachsen könnten.

Doch was sich zunächst positiv darstellt und genau unseren Wiesen-Wünschen entspricht, verschwindet wieder. Die Vielfalt der Arten geht oft binnen weniger Jahre von rund 60 auf 5oder 6 zurück. In einigen Fällen sogar auf null, weil dann die gesamte Fläche von Klee überwuchert ist.

Wenn die Wiesensaat zukünftig nicht mehr nachgedüngt wird, könnte sich (bei entsprechenden Bodenverhältnissen) allmählich die Artenzahl der Wildkräuter erhöhen.

 

Dazugehören u.a. Wiesenschafgarbe, Wiesenkerbel, Glatthafer, Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Berg-Flockenblume, Wiesenkümmel, Gewöhnliche Margerite, Wiesen-Labkraut, Wiesen-Storchschnabel, Wiesen-Bärenklau, Wolliges Honiggras, Wiesenalant, Wiesenknautie (Acker-Witwenblume), Wiesen-Platterbse, Pfennigkraut, Moschusmalve, Dolden-Milchstern, Große Bibernelle, Spitzwegerich, Kleine Brunelle, Scharfer Hahnenfuß, Wiesensauerampfer (Großer Ampfer),Knöllchen-Steinbrech, Tag- (Rote) Lichtnelke, Wiesen (Großer)-Bocksbart, Weißklee, Echter Baldrian, Faden (Feinstieliger) Ehrenpreis.


Meine Recherche Tipps......

https://www.rieger-hofmann.de/home.html


Ansaatstärke - weniger ist mehr.

Ansaatstärken von 2 g/m² empfehlen wir nach umfangreicher Erfahrung mit verschiedenen Saatgutmischungen in diversen Naturräumen für hochwüchsige Säume mit geringem Gräseranteil. Bis zu 6 g/m² Ansaatstärke haben Mischungen zur Böschungsbefestigung, für schwierige Standorte und hohem Gräseranteil oder falls eine schnellere Deckung gewünscht ist. Abhängig vom 1.000-Korn-Gewicht des Saatguts entsprechen 2-6 g/m² etwa 1.000 - 4.000 Samenkörnern/m². Jede Erhöhung der Ansaatstärke wäre kostensteigernd und würde zu mehr Konkurrenz innerhalb der Keimlinge führen. Konkurrenzschwache Arten, zu denen auch besonders schönblumige Arten gehören, würden dadurch in der Fläche nicht mehr in den gewünschten Anteilen zur Entwicklung kommen. Auf Wunsch liefern wir Ihr Saatgut zum leichteren Ansäen und gleichmäßigeren Ausbringen gemischt mit geschrotetem, gentechnikfreien Mais als Füllstoff (1 € /kg). Die unterschiedlichen Kornfraktionen der zerkleinerten Maiskörner sorgen dafür, dass sich die Samen unterschiedlicher Größe nicht entmischen. Das Strecken des Saatguts mit Füllstoff auf 10 g/m² bzw. 100 kg/ha kann alternativ aber auch mit trockenem Sand, Sägemehl oder geschrotetem Korn erfolgen. Bei gräserbetonten Mischungen kann der Füllstoffanteil auf 20g/m² bzw. 200 kg/ha erhöht werden, um ein Verstopfen der Sämaschine durch die Grannen der Wildgräsersamen zu verhindern. Wir raten dazu, auf wildschweingefährdeten Flächen keinen Maisschrot als Füllstoff zu verwenden. In Sonderfällen können wir Ihnen das mineralische Vermiculit (4 € /kg) mit halber Aufwandmenge oder das mehlkörperfreie Maisspindelgranulat (2 € /kg) als Ersatzfüllstoff anbieten.

 

Quelle: Rieger-Hofmann GmbH - In den Wildblumen 7 - 1174572 Blaufelden-Raboldshausen


Dr. Reinhardt Witt

Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten - Reinhard Witt
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Quelle: Reinhard Witt, Quellenweg 20 85570 Ottenhofen