Hoch - Beet - Garten

Schnecken können einen schon zur Schnecke machen.

Je länger die nackten Kriecher am Leben bleiben, umso größer werden die Schnecken und damit auch der unangenehme Fraß schaden. Jede Schnecke, die auf Schneckenfallen nicht reinfällt, wird sich vermutlich Ende des Jahres paaren. Dieses aktive Sexualleben der Weichlinge hat zur Folge, dass jetzt wieder Hunderte von Eiern auf das kommende Frühjahr warten. Der Mensch kann diesem natürlichen Kreislauf mit Steinmehl, Sägespäne oder Schneckenkorn den Lebensprozess der Schnecken zur Strecke bringen. Kaum ein anderer "Schädling" verursacht im Garten größere Schäden als die Schnecke. Ihre Bekämpfung ist ein vieldiskutiertes leidiges Thema. Im Gemüsegarten hilft auf Dauer vermutlich nur ein Schneckenzaun. Was aber tun im Blumengarten? Fang- oder Lockpflanzen können keine Lösungen sein, denn im Nebeneffekt locken sie immer mehr Tiere an. Bis zu 100 Meter weit wittern die sich kräftig vermehrenden Kriecher eine leckere Mahlzeit. Vielmehr erweist sich in der Praxis das Gegenteil als richtig: Setzen oder säen von Pflanzen, die nicht zu den Lieblingsspeisen der Schnecken zählen, sondern um die sie einen großen Bogen machen. Die Auswahl ist weit größer, als viele erwarten.


Ein Hoch auf das Hochbeet

Gärtnern ist ja eigentlich schön und erholsam, wenn nur das ewige Bücken nicht wäre. Mit 66 Jahren dar ich das sagen und schreiben. Gegen den dauernden "krummen Rücken" gibt es zum Glück das ideale und praktische Hochbeet. Darauf (nicht drauf stellen) besser davor kann man bequem im Stehen oder sogar im Sitzen "ackern". Eine Ideallösung für alle, die wegen ihres Rückens oder anderer Beschwerden sonst aufs gesunde Gärtnern verzichten müssten; zum Beispiel Rollstuhlfahrer/innen.

Vorteile eines Hochbeetes.

Warum schätze ich diese Art der Beet-Gestaltung so? Man kann dort, wo sonst Gärtnern gar nicht (oder stark eingeschränkt) möglich wäre - etwa in Gartenhöfen oder auf Dachterrassen - beispielsweise einen Gemüse- oder Kräutergarten haben. Auch in sogenannten Hanglage lässt sich viel bequemer ein "Hochbeet-Terrassengarten" anlegen und ernten. Hochbeete sind besonders für sehr nasse Gärten zu empfehlen, bei denen Gemüseanbau sonst kaum möglich wäre.

Hochbeet gärtnern leicht gemacht

Das engagierte Hochbeet-Gärtnern ist eine Art der "Intensivkultur", weil dort beispielsweise viel mehr Nährstoffe - als auf einem normalen Beet - verfügbar sind. Somit ist (bei richtiger Zusammenstellung, Standort und Pflege) wächst alles viel ertragreicher und üppiger. Wer hier mit der Natur gut umgeht, kann und wird seine Ernte um circa zwei Wochen verfrühen und auf gleicher Fläche sogar fast verdoppeln.




Frage: Ich möchte ein Hochbeet anlegen. Das Problem ist, dass ich weder handwerklich sehr geschickt bin, noch viel Geld investieren kann. Haben Sie eine günstige und einfache Lösung für mich?

Im Herbst gibt es „ab Wald“ oft preiswert Rundhölzer zu kaufen, die man dann allerdings selbst imprägnieren muss. Dafür dürfen nur umweltfreundliche Produkte verwendet werden, weil sonst durch giftige Holzschutzmittel die wichtigen Bodenlebewesen im späteren Hochbeet abgetötet und die Kulturpflanzen geschädigt werden können. Billiger als Rundhölzer sind Hohlblocksteine, die man nicht vermörteln muss, weil sie an den Seiten mit einer Art Nut versehen sind. Man stellt sie einfach aufeinander. Diese Steine speichern die Wärme im Hochbeet besser als Holz. Meine Tipps für den Aufbau: Zuerst hebt man an der Stelle, wo das Hochbeet entstehen soll, einen Spatenstich tief die Erde aus, es entsteht eine etwa 20 cm tiefe Grube. Darunter lockert man den Boden nochmals einen Spatenstich tief. Diese beiden Arbeiten sollten vor dem Aufbau des Hochbeetes erledigt werden. Stehen die Wände des Hochbeetes, geht es weiter. Etwa 30 cm hoch werden grob zerkleinerter Baumschnitt (oder Wildkraut), die Zweige von Beerensträuchern und anderes holziges Material, das nur langsam verrottet, auf den Boden des Hochbeetes gelegt. Diese Schicht sorgt für eine gute Durchlüftung, Vorbedingung für eine erfolgreiche Rotte! Auf die Holzschicht packt man eine dicke Schicht unreifen Kompost oder Mist, am besten Schafmist, sonst Pferdemist oder strohigen Kuhmist. diese nahrhafte Lage kommt Oberboden (Mutterboden) bis 20 cm unterhalb des Hochbeetrandes. Die oberste Schicht besteht aus gut verrottetem Kompost, vermischt mit der Erde (Oberboden), die man am Anfang abgetragen hat. In Gärten, in denen es Wühlmäuse gibt, legt man zwischen die oberste Erdschicht und den Oberboden ein engmaschiges Drahtgeflecht (sogenannter Kükendraht). Man zieht den Draht auch an den Seiten hoch, damit die Nager nicht an den Wänden entlang zu den begehrten Pflanzenwurzeln vordringen können. Ist das Hochbeet fertig gebaut, kann es sofort bepflanzt werden. Baut man das Beet im Herbst, deckt man die Erde mit einer dicken Schicht Stroh ab, damit alle Materialien bis zum Frühjahr weiter verrotten können. Dabei wird sich der Inhalt des Hochbeetes etwas senken, das Niveau gleicht man im Frühjahr mit Kompost aus. Wer nur ein Hochbeet hat, muss sich bei der Bepflanzung nach der Besonnung richten: Tomaten und andere hohe Pflanzen kommen an die Nordseite, in die Mitte setzt man mittelgroße Pflanzen und an die Südseite niedrige. So nimmt keine Kultur der anderen Licht und Wärme weg.


Peter Mohr und Gartenbotschafter John Langley® über Hochbeete, Urban gardening und dem Geruch von Erde aus dem Gartencenter Rostock