Aktuelle Gartentipps vom Gartenbotschafter


INFORMMIEREN dann VERTIKUTIEREN



Foto: Andreas Bireesborn
Foto: Andreas Bireesborn
Vertikutieren sollte Erfahrungsgemäß am besten erst nach dem 1+2 Schnitt Rasenschnitt im Frühjahr „abgearbeitet“ werden. Empfohlene Vertikutierzeiten: Ende April - Mai oder Sept. - Okt. Dafür muss der zu bearbeitende Rasenboden am besten nur leicht feucht sein – aber bitte nicht nass oder richtig trocken - erst dann können die hoffentlich scharfen Messer, der in Einsatz kommenden Vertikutierer (Benzin-, Elektro-, Akku- oder Handvertikutierer) gründlich arbeiten.
Bei der Höheneinstellung des Vertikutierers ist unbedingt darauf zu achten, dass die Messer wirklich nur leicht den Boden berühren, ihn aber nicht - wie oft leider zu sehen - im Gartenboden versenkt werden. NATÜRLICH kommt es auch bei dieser Tätigkeit im Garten auf die RICHTIGEN EINSTELLUNG (Maschine und Naturbewusstsein) an. Wer darauf nicht achtet, wird unweigerlich auch intakte Pflanzen beschädigen oder zerstören. Deshalb sollten während des Vertikutierens ideale Witterungsbedingungen und trockenes Wetter mindestens bei 7-10 Grad vorhanden sein.
Dadurch ist sichergestellt, dass der gestresste Rasen die Chance hat, die kahlen Stellen durch gezielte Aussaat möglichst schnell wieder zu schließen.
Was passiert beim Vertikutieren? - Durch das vertikale Schneiden in die Rasennarbe, soll – wie bereits geschrieben - wird der Filz an der Bodenoberfläche durchschnitten und mechanisch ausgeräumt. Diese hand- oder (wesentlich besser) maschinelle Arbeit wirkt sich für eine wesentlich bessere Sauerstoff- und Wasserversorgung der oberen Vegetationsschicht eines Rasens aus.
Nach der „Behandlung“ sollte die geöffnete Rasenoberfläche danach ordentlich mit Sand abgedeckt und mit Rasensaat (RSM - wird noch erklärt) bedacht werden.
Warum? Dadurch wird es weniger ungeliebtes bei Licht keimendes "Wildkraut oder #SpontanBotanik" im Rasen geben.
Was bewirkt der richtige Sand? Wenn Sand verwendet wird, soll dieser „gewaschen“ sein, weil sonst die im Sand vorhandenen Lehmanteile (beispielsweise in der Sandkiste zu finden) alles noch viel schlimmer machen. Den geeigneten Sand, ruhig 2-3 cm aufbringen, anschließend mit einem Handgerät oder mechanischen Gerät wieder einharken und wenn möglich ordentlich wässern.
VORSICHT: Das Wasser sollte NICHT den Sand zusammenschlemmen!
Keine Sorge, wenn man anschließend kaum noch GRÜN sieht, in ein paar Tagen ist der Sand in der Oberschicht verschwunden und diese etwas luftiger geworden. Der eigentliche Regenerationsvorgang sollte dann im Frühsommer - Ende Mai - Juni - erfolgen - wenn die Gräser im vollen Saft und Wachstum (auch wenn sich Klima und damit das Wetter - gegenüber der letzten Jahre häufig ganz anders verhält - stehen.
Kurz und bündig – oder lang und lässig? Wer die Rasenfläche ständig zu kurz, zu lang oder zu unregelmäßig mäht, verändert dadurch die angestrebte Wuchsleistung seines Gartenrasens.
Wodurch? Es kann passieren, dass entweder die starkwachsenden Grasarten dominieren oder die kurzen, niedrig bleibenden auf der „grünen Fläche“ überhandnehmen. Dann zeigen sich auch Klee und andere-rosettenbildende unerwünschte Spontankräuter und stören den „grünen“ Gesamteindruck.
ALLES wäre so problemlos! - Nahezu alle Rasenprobleme lassen sich durch die Auswahl des RICHTIGEN Saatguts für den vorhandenen Boden, entsprechender Lage und möglicher Anforderung an den Rasen wesentlich reduzieren.
Was wäre für mich die geeignete Rasensaatmischung?
„Regel-Saatgut-Mischungen Rasen (RSM Rasen)“ Bei sogenannten „Billigmischungen“ mit wenig Grasarten sind die Angaben auf dem Folienbeutel direkt aufgedruckt. Bei den hochwertigen Mischungen enthält das grüne Etikett die vorgeschriebenen Daten zur Zusammensetzung. Das Etikett ist meist am Boden der Packung angebracht und informiert beispielsweise über den Verwendungszweck, Rasentyp, Grasart und -sorte.
Die Auswahl wird über den Zier-, Gebrauchs-, Sport-, Golf-, Parkplatz-, Dachbegrünung-, Landschafts- bis zur Saat für Biotopflächen angeboten.
Wer seine Bodenart kennt und den sogenannten pH-Wert hat die besten Voraussetzungen für einen „lebendigen grünen Teppich“. Der ideale pH-Wert für Rasen liegt im Bereich zwischen 5,5 und 6,5 - Rasen bevorzugt demzufolge leicht saure Böden. Auf sandigen Böden toleriert Rasen auch einen niedrigeren pH-Wert und Böden mit mehr Lehmgehalt kann der pH-Wert für Rasen durchaus etwas höher sein. Meine GARTENBOTSCHAFT erst INFORMMIEREN dann VERTIKUTIEREN
Nicht immer hilft KALK gegen Moos. - Im Gegenteil, Kalk fördert sogar noch die Moosbildung, da er ein wichtiger Nährstoff für das Moos ist. Dazu kommt noch, dass „unsere“ heimischen Böden in der Regel zu sauer sind, also einen zu niedrigen pH-Wert aufweisen. Um Moos im Rasen einen Strich durch die Rechnung zu machen sollte man den Wert konstant zwischen 5 – 7 ph-Wert halten.
Gartenbotschafter John Langley®

 


Winke der Natur



Foto: Norddeutsche Gartenschau
Foto: Norddeutsche Gartenschau

Jeder Gartenfreak wird es bestätigen: Bevor es mit der eigentlichen Tätigkeit (wann auch immer) im Garten losgeht, sollte man sich erst einmal ein wenig Zeit nehmen, den "Ist-Zustand" seines Gartens zu ermitteln. Was wächst wo, wie und wann? Wo sind bisher unentdeckte "Schätze", Stauden, Zwiebelblüher, Sträucher, Bäume oder was auch immer entdeckt wird?
Wer den Überblick hat, wird zunächst Säge & Co. im Schrank lassen. Es ist zwar richtig, dass eigentlich im März wesentliche Aktivitäten im Garten beginnen - aber ein unbekanntes Refugium muss erst beobachtet, erfahren und erlebt werden. Und wer von uns kann überhaupt noch verlässlich auf den meteorologischen Kalender vertrauen? Vermutlich niemand. Oder?

Wann wird es ENDLICH wieder richtig Frühling? Eine rhetorische Fragestellung, deren eine wirklich verbindende Antwort ausbleibt. Eine kalendarische frühlingshafte Phase erstreckt sich über die Monate März, April und Mai. Der meteorologische Frühling beginnt jedes Jahr am 1. März. Der astronomische Frühlingsbeginn dieses Jahr auf den 20. März 2020.

Natürlich wird schon jetzt gebuddelt, gegraben, gepflanzt, geschnitten, gesät und unaufhörlich aber "hörbar" vertikutiert, dass man glauben muss, dass Paradies soll erneuert werden. Was angesichts der weltweit aktuellen Situation aus meiner Sicht auch Sinn machen würde. Dann ist natürlich das "sogenannte oft unnötige Aufräumen", Rückschnitt und fällen von Gehölzen (Vogelschutz beachten), Ver- oder Neupflanzen im Prinzip nicht grundsätzlich sinnbefreit sein.

Untätig muss man in seiner eigenen Natur nicht sein. Wer allerdings sehnsüchtig darauf wartet, dass der Gartenboden allmählich abtrocknet, damit er wieder zu bearbeiten ist braucht dafür noch ein wenig Geduld oder entscheidet sich in der Zukunft für viele Hochbeete. Selbst wenn es in den Fingern juckt und endlich der neue Umtauschspaten - ALT für NEU - aus dem Baumarkt zum Einsatz kommen soll, bitte nicht mehr Böden umgraben.

Wichtige bodenbelebenden Mikroorganismen durch diese Tätigkeit schnell vernichtet. In der Regel reicht bereits der Sauzahn zur Bearbeitung der nicht stark durchfeuchteten Bodenoberfläche vollkommen aus. Eine bewährte Bauernregel sagt: "Lässt der März sich trocken an, bringt er Brot für jedermann". Ok, lassen wir diese "Weisheit" hier mal so stehen.

Die Eindrücke der Vorjahre (wenn man beim Wetterdienst etwas recherchiert) deuteten darauf hin, dass Deutschland von den Eisheiligen 2020 verschont bleibt. Das würde bedeuten, dass die älteren Herren Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die "jung gebliebene Sophie nicht zum Einsatz kommen. Aber es zeigt auch immer wieder: Alte Bauernregeln sind nur eine grobe Orientierungshilfe. Nicht jedes Jahr bringt noch Spätfröste bis Mitte Mai - in den vergangenen Jahren blieben sie oft ganz aus. Zudem gibt es heute wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich "Grüne Daumen" besser verlassen können.

Und dann ist es endlich soweit, der zurzeit frostfreie, wärmer werdende Boden sorgt dafür, dass sich beispielsweise die ersten Knospen (Augen) an den Gartenrosen zeigen. Jetzt erst könnte (wenn alles so wird wie bereits beschrieben) vorsichtig der Winterschutz entfernt werden und damit ist der eigentliche Rückschnitt angesagt. Alles was erfroren, abgestorben oder beschädigt ist, wird abgeschnitten, ebenso die dünnen Triebe. Bei den Beetrosen schneidet man auf etwa vier Augen (kleine "rote" Erhebungen am Spross) zurück. Wer es einfacher haben will, schneidet noch stärker zurück. Die Rosen bedanken sich mit einem kräftigen Wuchs und wenn Wetter, Boden, Pflege und Sorte passt - mit einer rosigen blühenden Zukunft. Fast vergessen: Bei besonders kräftigen Trieben lässt man fünf bis sechs Augen stehen. Bei den Strauch- und Kletterrosen werden nur geschädigte Triebe herausgeschnitten.

Für den Obstgarten ist der März ein günstigster Zeitpunkt zur flachen Bodenbearbeitung. Eine spätere Aktivität (April, Mai) erhöht möglicherweise (wenn die Eisheiligen doch AKTIV sein wollen, die Blütenfrostgefahr, da frisch gelockerte Erde die Wärmeabstrahlung des Bodens einschränkt (Isolierschicht). Keine Bauernregel, vielmehr Erfahrungen besagen, dass von März bis Ende Mai der Boden offen gehalten werden sollte. Erst die richtige Summe der warmen Tage beeinflusst nicht nur den Blattaustrieb unserer heimischen Gewächse den Blühbeginn, sondern aktiviert auch die Tierwelt. Die tierischen Lebewesen "wissen" nicht, dass die Pflanzen, an denen sie ihre Nahrung finden, gerade jetzt austreiben. Sie spüren es jedoch an der Änderung der Tageslängen und an der Wärmeaddition und erhalten so das richtige Signal. Wir Menschen übersehen nicht nur schnell die sensiblen Fingerzeige der Natur.

Gartenbotschafter John Langley®


Dicke langjährige Freundschaft


Die Staude mit dem ungewöhnlichen Namen "Fetthenne" (Sedum) gehört zu den Dickblattgewächsen und zeichnet sich durch dralle, wasserspeichernde Blätter und sternförmige Blüten aus. Viele der niedrigen Arten sind ausgezeichnete Bodendecker, die Durststrecken problemlos überstehen. Die höher wachsenden bringen Farbe und Abwechslung in den Garten, wenn viele andere Stauden bereits verblüht sind.
Besonders attraktiv ist die bewährte Sorte 'Matrona'. Dunkle violettgrüne Blätter, zartrosa Blüten und auffallende, auch im Winter noch attraktive Fruchtstände zeichnet sie fast zu jeder Jahreszeit aus. Sedum 'Matrona' wächst gern buschig und erreicht immerhin eine stabile Höhe von 50 bis 60 cm. Die Blütendolden, die sich wie Schirme von Juli bis September über die Enden der kräftigen Stängel wölben, sind noch lange nach der eigentlichen Blütezeit dekorativ. Sedum verträgt viel Wärme und Sonne, welche Pflanze kann das schon behaupten. Ob 'Matrona' vereinzelt als Kübelpflanze, oder in Gruppen verpflanzt wächst - die optische Wirkung verfehlt das Dickblattgewächs nie.

Ein Staudenbeet lebt unbestritten von Form-, Farb-, und Bewegungskontrasten. Kleinblättrige Stauden wie Steinquendel (Calamintha), Katzenminze (Nepeta), Rutenhirse (Panicum) oder Lampenputzergras (Pennisetum) (und noch viele andere mehr) können mit Sedum 'Matrona' dicke Freundschaft schließen. Wachsende Zuverlässigkeit ist gesichert, wenn 'Matrona' auf mäßig trockenen bis frischen, durchlässigen Böden an einem sonnigen und warmen Standort verpflanzt wird.

Die Blütenstände sollten nicht nach der Blüte im Herbst, sondern erst im Frühjahr (wie fast alle Stauden) zurückgeschnitten werden. Nicht Ordnung im Garten vielmehr Naturverständnis und der fachgerechte Umgang mit Stauden bestimmen im Prinzip den bewussten Rückschnitt.

Weniger erfreulich sind dagegen Schädlinge oder Krankheiten. Bei Befall sollte man erst einmal abwarten, ob sich nicht Nützlinge einfinden, die für weniger Stress auf dem Sedum sorgen. Das ist häufiger der Fall, als man denkt. Hartnäckiger ist "Botrytis". Dieser Pilz befällt besonders junges, nicht verholztes Sedumgewebe. Voraussetzung dafür ist oft eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit während der Wachstumsphase im Austrieb. Alles was zu dicht, zu schattig, oder zu kühl im Garten steht, ist in Gefahr. Eine unkontrollierte (übertriebene) stickstoffbetonte Düngung wirkt sich negativ auf Sedum aus, da die Verholzung der Stängel verzögert wird und somit länger pilzanfällig bleibt.

Faktoren wie Luft, Licht, Wärme, Wasser und Nährstoffe bestimmen die Entwicklung eigentlich jeder Pflanze. Der Faktor, der im geringsten Maße vorhanden ist, sorgt beim Grün für Frust. Was fehlt, kann nicht durch mehr eines anderen Wertes ersetzt werden. So lautet das "Gesetz vom Minimum", wie es der Botaniker Justus von Liebig "festgelegt" hat. Ein wenig Bodenpflege, ausgewogene Düngung, sonniger Standort...… und eine mehrjährige Freundschaft mit dem Sedum kann beginnen.

Gartenbotschafter John Langley®

 



Dein Freund der Baum


Foto: Petra Schweim -
Foto: Petra Schweim - Loki - Schmidt - Garten in Hamburg
Unsere Umwelt wäre trostlos ohne "Grün". Gehölze tragen auf vielfältige Weise zur Bereicherung des persönlichen Lebensumfelds und der Natur bei. Gerade in den Städten ist die Pflanze, der Baum das Bindeglied zwischen Mensch und Natur, die mit ihren zahlreichen positiven Effekten zum physischen und psychischen Wohlbefinden beiträgt. Man glaubt es kaum, aber es wachsen rund 20.000.000.000 (zwanzig Milliarden) Bäume in Deutschland.
Wer könnte aus dem Gedächtnis aufzählen, an wie vielen Bäumen der tägliche Weg vorbeiführt? Sind es Laub- oder Nadelbäume? Um welche Baumarten handelt es sich? Wenn wir wirklich einmal genauer hinsehen, erst dann entdecken wir bewusster die "Lungen der Natur". Eigentlich gleich kein Baum dem anderen! Jeder ist ein Individuum mit einem eigenen Aussehen. Ich bin davon überzeugt, dass man sich auch in Bäume verlieben kann. Ok, man kann sich mit ihnen auch anfreunden, unter ihrer Krone seine innere Ruhe finden. Vielleicht gibt es deshalb auch den Tag des Baumes?
Bäume lassen sich sogar verschenken, pflanzen, begießen und schützen! Sie sind lebenswichtige Luftfilter, nützliche und schützenswerte Partner der Menschen. Schon unsere Vorfahren haben dem Baum eine Wächterrolle zugeschrieben. So setzte man Bäume an den Stadtrand oder an die Grenze der Felder, um damit Böses und allen Frevel abzuhalten.
Wer ein Haus baut, steht früher oder später vor der Frage nach "dem geeigneten Hausbaum". Er soll nicht nur zum Haus und den Bewohnern, sondern auch zum zukünftigen "Klima" passen. Wer sich ein eigenes Zuhause schafft oder ein Haus kauft, ist eher zum Erwerb bereit, wenn bereits ein grünes Anwesen vorgefunden wird.
Eindrucksvoll ist eine kilometerlange Baumallee oder eine baumbegrünte Straße, die den besonderen Charme eines Stadtteils ausmacht. Aus gutem Grund werden oft in Neubausiedlungen häufig die Straßen nach Bäumen benannt, etwa Pappelweg, Lindenstraße, Ahornallee.
Das große Interesse, das Menschen Bäumen entgegenbringen, hat seine guten Gründe. Sie bieten je nach Standort Wind- und Lärmschutz, filtern Schadstoffe aus der Luft, sammeln mit ihrer Krone wie in einer Traufe Wasser für die Unterbepflanzung, sie spenden Schatten für Haus und Terrasse oder erfreuen einfach nur durch das Rauschen ihrer Blätter. Die "GRÜNEN LUNGEN" bestimmen wesentlich das Mikroklima nicht nur im Garten, in dem sich andere Pflanzen oder Tiere entwickeln können.
Selbst kleine Bäume mit reicher Blüte bringen Farbe in den Garten und sind hervorragende Begleiter für Stauden und Sommerblumen. Durch die Vielfalt der Formen und Farben und die unzähligen Gestaltungsmöglichkeiten lässt sich ein höchstpersönliches, harmonisches Lebensumfeld gestalten.
Gartenbotschafter John Langley®

Umdenken beim Umgraben?


Foto: Ulrike Schacht
Foto: Ulrike Schacht
Jedes Jahr im Herbst geht`s los mit dem Umgraben: Zunächst sind die Gemüsebeete dran, und nach und nach wird der gesamte Garten in mühevoller Handarbeit umgepflügt. Doch HALT! Einfach mal das jährliche Umgraben im Herbst einstellen. Warum? Mit dieser nachhaltigen handwerklichen Einschränkung soll verhindert werden, dass die wichtigen Nährstoffe im Boden sich im Winter auswaschen. Wer vorsorglich seinen Gartenboden - wenn vorhanden - mit Kompost aufwerten will, sollte besser im Frühjahr umgegraben. Der "organische schwarze Dünger" stärkt die Neubepflanzung und aktiviert zusätzlich die Billionen von Mikroorganismen im lebendigen Gartenboden.
Damit Garten"arbeit" wirklich zum Garten"vergnügen" wird, bietet der Fachhandel für die notwendige Bodenbearbeitung unterschiedlichste "Technologien" an. Rotierende, leicht zu handhabende, ergonomisch gestaltete Gartenwerkzeuge zum Lockern, Hacken und Jäten. Ob im Akku- oder Motorantrieb, vibrationsgedämpft, geräusch- und abgasarm: Das Angebot ist inzwischen vielfältig. Doch ohne mühsames Bücken, Zupfen, Pulen und Sortieren funktioniert das gute "alte", seit Ende des 12. Jahrhunderts bekannte Umgraben mit dem eisenbeschlagenen Spaten in humusarmen, verdichteten Böden doch nicht.
Aber was nimmt man(n) (natürlich auch Frau) nicht alles auf sich, um dem Boden Gutes zu tun. Und noch eine kurze "Umgrabe-Reflektion" in den winterlichen Herbst. Wenn es dann wirklich mal so richtig wieder gefroren hat, und die Minuskälte durch die Schollen tiefer in den Boden eindringen, das aufgenommene Wasser dort gefriert und sich in jeder Erdpore ausdehnt, erst dann bricht der verdichtete Gartenboden auf. Das Ergebnis: krümeliger Boden. Dieser Vorgang wird als Frostgare bezeichnet. Da wirkt die Kraft der Natur. Alles paletti mit dem tiefgründigen Umgraben? Nicht ganz! Das Wetter verändert sich, deshalb Umdenken beim Umgraben.
Es gibt da auch andere Blickwinkel. Es heißt: Das ständige Bearbeiten des Gartenbodens kann auch unweigerlich zur Zerstörung führen. Vorhandene Bodenluft kann bei zu nassen Böden durch Umgraben verloren gehen. Folge: Die Krümelstruktur bricht zusammen, der Boden ist wieder verdichtet. Und zum anderen kann ein zu oft umgegrabener Gartenboden schlichtweg zerstört werden. Warum?
Ein Spatenaushub reicht, um Milliarden an Kleinstlebewesen von oben nach unten in weniger aktiven und somit sauerstoffarmen Tiefen zu beerdigt. Was passiert? Vorhandener Humus wird zu schnell abgebaut, die Gartenbotanik reagieren mit Wachstumsstop. Und dass jeder unnötige Spatenstich in die Oberhaut der Erde auch die Wurzeln der weniger beliebten lästigen Spontanbotanik in Hunderte neuer Pflanzen teilt, sollte auch nicht vergessen werden.
Stellt sich die Frage: Wie gräbt man richtig um, damit der Boden und die Pflanzen aktiv am Leben bleiben? In jedem Fall nicht zu tief. Um das unentbehrliche Bodenleben zu fördern, macht ein übertriebenes tiefes grabenähnliches Umgraben mit dem Spaten ökologisch wirklich keinen Sinn.
Ein Sauzahn oder eine Grabegabel (schneidet die Wurzeln nicht) reicht völlig zum leichten Lockern der wertvollen Vegetationsschicht unserer Erde aus. Und im Herbst? Hier
sorgt Wintermulch (Laub, Schredder) für ein wenig Schutz des Gartenbodens - und fertig sind die notwendigen Maßnahmen für einen unerwarteten Winter 2021
Und wer trotzdem doch noch aus alter Tradition zum Spaten greift, sollte wirklich nur flach umgraben. Gartenpflanzen überleben nur deshalb in unserer Region, weil eine etwa 20 Zentimeter tiefe, intakte Vegetationsschicht dieses ermöglicht.
Gartenbotschafter John Langley®

 


Giftblätter sind wichtig


Zu den Lieblingen der Nation zählen sie gerade nicht. Juckende Quaddeln und stechende Schmerzen prägen die Erinnerungen im Umgang mit Brennnesseln. Das wirkungsvolle Gift ihrer spitzen, schmerzverursachenden Brennhaare hinterlässt sichtbare Spuren. Wer weniger "Berührungsängste" mit der Brennnessel hat, wird feststellen, dass sie zu den heilkräftigsten Pflanze gehört, die uns die Natur bietet. Trotz allem: Wer die "Giftblätter" im Garten entdeckt, reißt diese empfindungslos heraus, verfüttert sie leicht angetrocknet an Pferde oder verfüllt den Kompost damit. Und warum wächst das brennende "Unkraut" gerade dort, wo es nicht florieren soll?
Der Grund ist eine jahrtausendelange Anpassung in Bezug auf Licht, Boden und Wasser. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die "Feuerpflanze" zu einem nützlichen Gewächs entwickelt. Mindestens 107 Tierarten, davon 15 Käfer- und 31 Schmetterlingsarten, mögen Brennnesseln. Aus ihnen lassen sich auch natürliche Flüssigextrakte herstellen - ob zur Kräftigung von Nutzpflanzen, als Dünger, zur Bodenverbesserung oder als biologischer Pflanzenschutz (Brennnesselbrühe) bevorzugt gegen Blattläuse. Nicht nur, dass sich aus den Blättern Tee aufbrühen lässt, ganze Pflanzen stehen als schmackhaftes "Gemüse" in vielen Kochbüchern.
Im Kreislauf der Natur sind die Brennnesseln (Urtica) (eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse) (Urticaceae) ökologisch nicht uninteressant. Sie sind nützlich für die Eiablage und die Raupen vieler Schmetterlinge. Wer bunte Schmetterlinge liebt, sollte eine "Ecke" im Garten den Brennnesseln überlassen. In der altgermanischen Mythologie galt sie als Symbol des Blitzgottes, dessen Strahl ebenfalls sengt und brennt. Und es gab Zeiten, da pflückten Bierbrauer beim Herannahen eines Gewitters bergeweise Brennnessel, um diese auf die Gärbottiche zu legen. So wurde durch die "Donnernessel" verhindern, dass das Bier während des Gewitters sauer wurde. Als "Anzeigerpflanze" verweist die Brennnessel auf überdüngte oder stickstoffhaltige Böden.
Dann heißt es - weniger düngen und aufpassen, dass kein Oberflächenwasser (Rasendüngung) oder gesammeltes Regenwasser (Dach-Stickoxyde) in den Boden versickert.
Wer frische und getrocknete Pflanzenteile grob zerkleinert und in sauberem Regenwasser ansetzt, kann mit vergorener Pflanzenjauche düngen und Pflanzen stärken. Man nehme ganz im Sinne des Pflanzenarztes René Wadas) 1 kg frisches, oder 200 g getrocknetes Kraut auf 10 Liter Wasser. Zwei Wochen an einen sonnigen Platz stellen und immer wieder umrühren. Bereits nach zwei Tage beginnt der Gärungsprozess (kann man riechen). Eine Handvoll Steinmehl vermindert nicht nur den lästigen Geruch, sondern erhöht den Anteil an notwendigen Spurenelementen. Das Gebräu sollte möglichst im Kunststoffgefäß angesetzt werden. Fertige Brennnesseljauche wird mit der zehnfachen Menge an Wasser verdünnt. (10 Liter Wasser = 1 Liter Jauche). Wer Frühmorgens oder abends bei bedecktem Himmel direkt auf die Wurzeln gießt, vermeidet Sonnenbrand an seinen Pflanzen.
Gartenbotschafter John Langley®

Mit Zitronen gehandelt?


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim
"Wenn wir mit der Pflanze keinen Erfolg haben, haben wir dann 'mit Zitronen' gehandelt"? NEIN! Zitronen sind als immergrüne Sträucher und Bäume zurzeit sehr beliebt, obwohl ein wenig bei der sogenannten Pflanzenpflege umgedacht werden sollte. Der Citrus (Zitrone) ist in seiner Heimat eine typische Freilandpflanze. Solange es in unseren Regionen nicht friert (was hier und da gerade der Fall ist), fühlt sie sich im Freien bestens aufgehoben.
Und damit auch weitere Faktoren auf die Bedürfnisse der mediterranen Pflanze optimal abgestimmt sind, sollte grundsätzlich hochwertige Kübelpflanzenerde mit 30 Prozent Lavagranulat, Blähton, grobem Sand oder feinem Splitt verwendet werden. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass alle Citrus-Arten einen kräftigen, nährstoffreichen Boden mit hohem Wasserhaltevermögen und gleichzeitig guter Drainage lieben.
AUFGEPASST: Was weniger akzeptiert wird, ist ständig hohe Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Bevor der Zitronenbaum aufgrund von Größe oder Neuanschaffung umgepflanzt wird, sollte auf den Boden des Kübels zuerst eine nicht zu dünne Drainageschicht aus Kies, Perlite oder Tonscherben geschüttet werden.
Wer gut wasserhaltendes Substrats (siehe oben) verwendet, wird weniger gießen müssen, dafür aber reichlicher. Wenn es möglich ist, setzt man den Stammgrund der Zitronenpflanze etwas erhöht (also über das Pflanzsubstrat), so dass das Wasser seitwärts ablaufen kann.
Der bekannteste Pflegefehler ist das ZUVIEL an Wasser. Stehen die Südländer zu nass und kalt, bekommen die Blätter leicht Chlorosen, das heißt, sie werden gelb und fallen dann oft ab.
TIPP: Die kluge, umsichtige Bewässerung zählt zu den tragenden Säulen einer mustergültigen Pflege. In dieser Hinsicht ist bei einem (natürlich auch bei mehreren) Zitronenbäumen ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Lichtverhältnisse, Standort, Temperatur, Wasserqualität und das berühmte "Grüne Herz" sind für die Citrus-Lebensdauer mit entscheidend.
Wer sich jetzt in diese Pflanze verliebt hat, sollte schon an die Überwinterung denken. Diese kann für die Zitrone zwischen gerade frostfrei und 25°C erfolgen. Es sollte unbedingt hell sein - je wärmer, desto heller heißt die Überlebensregel. Besonders in der lichtärmeren Jahreszeit (Ruhepause für diese Botanik) ist zu viel Wasser deshalb nicht gerade lebenserhaltend. Bei der üblichen Überwinterungstemperatur von 5 - 10°C sollte Citrus wirklich nur alle 4 - 6 Wochen gegossen werden, bei höheren Temperaturen und wenn die Pflanzen beispielsweise in luftdurchlässigen, atmungsaktiven porösen Terrakottatöpfen stehen, etwas häufiger. HINWEIS: Die obersten 5 cm des Ballens können völlig austrocknen.
Die meisten Citrus-Pflanzenbesitzer/innen verlieren im Spätherbst und Winter die Nerven, wenn die ansonsten immergrünen Pflanzengattung plötzlich anfangen, das Laub nach und nach abzuwerfen. Viele denken, die Pflanze hätte es "viel" zu trocken, worauf "viel" gegossen wird. (Die obere trockene Substratschicht mit der Gabel vorsichtig punktuell öffnen, um den Feuchtigkeitszustand tieferliegend festzustellen) Zurück zum WASSERSTRESS und deren unweigerliche Folge: Die Pflanze verliert das restliche Grün, worauf häufig noch mehr gegossen wird. Am Schluss hat die Pflanze überhaupt keine Blätter mehr - und das bedeutet für die "Urlaubserinnerungen" das absolute Ende. Bleibt nur noch der Weg zum Kompost. Doch zuvor ein weiterer kleiner Test: Wenn man dann im Spätfrühjahr die Pflanze am Stamm anhebt und sie einem bereits leicht entgegenkommt, sind die Wurzeln oft bis auf Stummel abgefault. Grundsätzlich gilt: Einmal zu viel gegossen, schadet viel mehr als zweimal zu wenig. Außer der Wassermenge ist die Wasserqualität ein kritischer Faktor.
Und wenn die Zitrone wunderschön geblüht hat, aber jetzt alle Früchte abwirft. Was ist jetzt zu tun? Am besten beide Hände tief in die Tasche stecken und "garnnieix" tun. Spaß beiseite - dass der größte Teil der jungen Früchte abfällt, ist normal. Manchmal empfiehlt es sich sogar, speziell bei Chinotto, einen Teil der Früchte zu entfernen, die übriggebliebenen an der Pflanze werden um so größer. Außerdem verringert man das Risiko, dass zu schwer werdende Fruchtzweige abbrechen. Reife Früchte bleiben in der Regel etwa ein Jahr am Baum, bevor sie abfallen. Da das Fruchtfleisch dann ziemlich ausgetrocknet ist, sind sie allerdings kaum noch genießbar.
Citrus kann man wie alle anderen Obstbäume schneiden, man muss es aber nicht. Im Prinzip gilt wie beim allgemeinen Obstbaumschnitt: Je stärker die Pflanze geschnitten wird, desto stärker wächst sie im nächsten Jahr und desto weniger blüht sie. Und umgekehrt: Je weniger geschnitten wird, um so schwächer wächst sie, umso reicher ist aber die Blüte. In jungen Jahren empfiehlt sich auf jeden Fall ein Formschnitt, da einzelne Triebe oft lang herausschießen. Im Prinzip ist ohne weiteres ein Rückschnitt selbst auf armstarke Triebe möglich. Ein starker Rückschnitt kann durchaus notwendig sein, wenn die Pflanzen nicht mehr ins Winterquartier passen oder den Rahmen des Wintergartens zu sprengen drohen.
Gartenbotschafter John Langley®

Grün für die Seele


Foto: John Langley (BLUME 2000)
Foto: John Langley (BLUME 2000)
Indoor-Pflanzen sind nicht nur zu einem wichtigen gestalterischen Mittel in der Inneneinrichtung geworden, sie sind nachweislich auch Balsam für die Seele. Die Vielfalt der heute im Handel erhältlichen Zimmer-Botanik in unterschiedlichen Systemen - ist riesig.
Egal, ob es sich um Erdpflanzen, Gewächse in Hydrokultur oder Semikultur handelt: Es bieten sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten, mit Wuchsformen, Blüten- und Blattfarben zu spielen und Räume jedweder Art individuell zu dekorieren. Längst haben Pflanzen die Fensterbänke der Wohnzimmer verlassen, akzentuieren Möbelstücke, sorgen für grüne Oasen der Ruhe neben Sitzecken und werden in attraktiven Gefäßen harmonisch ins Ambiente eingefügt. Total im Trend sind "Garten im Glas" (auch Flaschengarten genannt). Sie sind ein vermutlich ewiger Minigarten im Glas, ein langlebiges "Biotop" für Menschen ohne den berühmten "Grünen Daumen". Und damit grundsätzlich die Freude am Grün bleibt, gibt es folgende Top(f) -Tipps.
Grünes düngen - Wer Eier kocht, sollte das Wasser nicht weg gießen, sondern in einer Gießkanne sammeln. Dieses Wasser enthält besonders viele Nährstoffe, die das Zimmergrün benötigt. Verbrauchte Teeblätter oder Teebeutel lassen sich zur Düngung von Farnen verwenden. Beim Düngen gilt grundsätzlich: in Maßen düngen - zu viel Dünger schadet allen Pflanzen. Damit verhindert wird, dass dem Wurzelballen Feuchtigkeit entzogen wird, empfiehlt es sich, besonders neue Töpfe vor dem Gebrauch zu wässern.
Blumentöpfe mit Kalkränder reibt man mit Metallwolle ab. Der weiße Belag, der sich durch kalkhaltiges Wasser bildet, kann vermieden werden, wenn man die Blumentöpfe ab und zu mit einer Speckschwarte oder einem ölgetränkten Lappen abreibt. Um kalkarmes Wasser zu bekommen, gibt es die Möglichkeit, das Wasser abzukochen (vor dem Gießen aber abkühlen lassen!). Zimmerpflanzen mögen kein kaltes Wasser direkt aus dem Wasserhahn; es sollte immer Raumtemperatur haben. Kranke oder gestresste Botanik nicht düngen - Hier könnte ein "Energieschub" eher schaden. Erst wenn der oft vorhandene "Pflege-Schaden" beseitigt ist, wird mit schwacher Düngung langsam wieder begonnen.
Gut gelüftetes Substrat / Zimmerpflanzenerde verwenden. Der Feuchtigkeitsliebende Farn gedeiht noch viel besser, wenn das Gießwasser einmal in der Woche mit einem Schuss Milch bereichert wird. Calcium ist auch gut für Pflanzen. Nicht nur Grünlilien mit braunen Blattspitzen wollen oft hell bis halbschattig stehen und nicht übermäßig gegossen werden. Bei warmer und trockener Luft ist es hilfreich, das Dschungelgrün öfter einmal zu besprühen. Braune Blattspitzen rühren entweder von zu viel oder zu wenig Wassergaben. Mit einer Schere kann optisch einiges verschönert werden. Dabei nur nicht ins gesunde Gewebe schneiden. Falls die Pflanzenwurzeln über den Gefäßrand ragen oder schon mit der Fensterbank verwurzelt sind, sollte man ans Umtopfen denken.
Grünes verkahlt? Wenn keine Spinnmilben dafür verantwortlich sind, steht die Pflanze wahrscheinlich zu dunkel. Lichtmangel bewirkt ein vorzeitiges Gelbfärben und Abfallen der Blätter. Nach den lichtarmen Wintermonaten geben Birkenfeigen sehr gern ihre Blätter ab. Abhilfe schafft hier ein heller Standort. Grund für einen übermäßig starken Blattfall kann auch eine zu niedrige Zimmertemperatur sein. Die klassische Birkenfeige hat es gerne warm und reagiert auf Temperaturen unter 17 Grad empfindlich. Hängepflanzen (auch im TREND) gießen - Bei schwierig zu gießenden Hängepflanzen einfach Eiswürfel auf das Blumensubstrat legen. Das Tauwasser sickert langsam in die Erde - und es tropft nicht aus dem Blumentopf.
Gartenbotschafter John Langley®

Der Natur auf der Spur


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Wer pure Natur will, muss auch "natürlich" denken. Das Wort "Natur" ist ein Oberbegriff für alles, was wächst und lebt. Und ist dann der Garten als Kulturland zum Bewohnen und zum Bebauen zu verstehen? Im welchem Einklang stehen Natur & Garten? Und wenn es im Garten nicht mehr stimmt, dann wurden vermutlich der notwendige Lebensräume für Wildblumen, Schmetterlinge, Kleintiere und Vogelwelt schlichtweg vernachlässigt.

Oft breiten sich "ungewollt" Pflanzen aus, was unmittelbar zur Folge hat, dass sich auch jede Menge aktive Lebewesen einfinden. Das ist Natur pur. Wenn Flora und Fauna wie Ameisen, Wespen, Bienen, Rehe, Haselmäuse und, und, und zur Symbiose werden. Ist das dann noch ein Garten? Oder geht durch unermüdliche Gartenhygiene (mähen, schneiden, zupfen) jegliches naturgemäße Gleichgewicht unwiederbringlich verloren. Ist es denn nicht ein kleines oder sogar großes Wunder der Natur, wenn sich unter jedem Topf und Stein noch ein echter Saurier einfindet? Keiner weiß, weshalb - nur dass sie lebt, die viel geschmähte Kellerassel, das ist Fakt.

Hier und da krabbeln zarte Kreuzspinnen hin und her und ungebeten finden sich mehrere Dutzend Gelbpospinnenbabies ein. Aktive Bodentruppen suchender Ameisen beziehen ihre Posten. Apropos Ameisen. Eigentlich sollte die jahrzehntelange Diskussion zu Ende sein, ob Ameisen nützlich oder schädlich sind. Als amtlich naturgeschützte Allesfresser beseitigen sie im Garten beispielsweise tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile und sind somit durchaus nützlich. Im Haus spüren sie zielgerichtet zuckerhaltige und eiweißreiche Substanzen auf und sind somit natürliche Anzeiger für scheinbare "Reinlichkeit". Wer der Natur wirklich und nachhaltig auf die Spur kommen will, muss erst beobachten und dann handeln. Es kreucht, fleucht und läuft nur so, wenn man genau hinsieht. Laufkäfer sind auf der Suche nach kleinen Insekten, vornehmlich nach Blattläusen. Diese stehen auch auf dem Speisezettel der Marienkäfer. Sie und vor allem ihre Larven ernähren sich in erster Linie von Blattläusen. Und Raubwanzen lassen Blattläusen, Raupen, Kartoffelkäferlarven, Spinnmilben und anderen Schädlingen in ihrer näheren Umgebung kaum eine Chance.

Selbst der Ohrwurm hilft im "Kampf" gegen Blattläuse. Vögel, fressen alle möglichen Insektenarten und Schädlinge wie Raupen und Maden. Über ein geradezu gefundenes Fressen, freuen sich besonders Erdkröten. Für sie sind Nacktschnecken, Asseln, Würmer, Raupen, Spinnen, pflanzenschädigende Fliegen, Mücken und auch Wespen das Richtige zum satt werden. Damit noch lange nicht genug. Wenn da nicht diese Hügel mit im Garten wären. Ok, diese Erdpyramiden können ärgerlich sein, doch der Beitrag zum Schutz der Pflanzen ist nicht zu unterschätzen. Maulwürfe fressen Würmer, Engerlinge, Käfer, Raupen, Nacktschnecken und andere Schädlinge, die auf oder unter der Bodenoberfläche leben. Und die fleißigen Tunnelbauer sind Anzeiger für eine reichhaltige Artenvielfalt. Ja, es stimmt: Die biologische Schädlingsbekämpfung hat auch immer ihre "Natur" gegebenen Grenzen. Und manche Nützlinge können auch zu "Schädlingen" werden.

So knabbern Ohrwürmer mit Vorliebe auch Äpfel an. Und Vögel haben nicht nur ihre nützliche Seiten, sie mögen auch junge Saat und freuen sich an Kirschen und anderen Obst arten. Eine durchdachte Anlage des Gartens kann den "Zuzug" von Nützlingen fördern. Das allein ist jedoch noch lange kein Garant dafür, dass die Schädlinge nicht doch große Teile der Nutz- und Zierpflanzen "überfallen".
Gehört eigentlich beides zusammen – Natur und Garten?
Gartenbotschafter John Langley®

Beeren und Bremsschläuche


Sie sind fast unheimlich lernfähig, haben ein gutes Gedächtnis, hassen angeblich Lärm, Hundehaare und Toilettensteine, können aus dem Stand zwei Meter hoch und entsprechend weit springen und laufen mal eben über Nacht 14 Kilometer. Soweit bekannt, deshalb hält sich auch hartnäckig das Gerücht, dass bestimmte Pflanzen gegen Marder helfen. Das wäre zwar sehr praktisch, stimmt aber leider nicht. Genauso wenig wie laute Musik als Marderwarner – durch man sich im schlimmsten Fall noch Ärger einhandelt, weil nachts die gesamte Nachbarschaft (dann auch noch mit der verkehrten Musik) beschallt wird.
Sie mögen Beeren und Bremsschläuche und sehen niedlich aus. Steinmarder sind Einzelgänger mit festem Areal. Wenn sie nicht gerade schlafen oder poltern, fressen sie Regenwürmer, Vögel, Eier, Speisereste, Aas sowie pflanzliche Kost wie Früchte und Beeren. Als Allesfresser machen sie auch nicht vor Zünd- und Niederspannungskabeln, Kühlwasserschläuchen und diversen Manschetten halt. Da hat so mancher bestimmt schon Erfahrungen mit Mardern gesammelt.
Gegen das "technische" Fastfood hilft beispielsweise ein entsprechender metallischer Schutz oder dank inzwischen hoch entwickelter Abwehrgeräte, die fest im unteren Motorbereich montiert werden im aktiven Zustand mit Ultraschall und Stromimpulsen wirkungsvoll jeden Marder zurückhalten.
Wer da lieber auf die abschreckende Wirkung von Tierhaaren, Urinsteine oder Mottenkugeln baut, wird vermutlich wenig oder sogar keinen Erfolg haben. Ihren großen Auftritt haben die aktiven Störenfriede von April bis September. Am Anfang wird bestimmt der Lärm der aufwachsenden Jugend ihre Aufmerksamkeit wecken, und im August ist dann wieder die Zeit der geräuschvollen Paarung da.
Wer sich Marder "eingefangen" hat, hat versäumt, dauerhaft dafür zu sorgen, dass alle möglichen Einschlupfmöglichkeiten verschlossen wurden. Stein- oder Hausmarder mögen keinen "Lärm". Laute Musik oder andere Geräusche ab Sonnenaufgang lässt die Nachtaktiven tagsüber in ihrem Versteck nicht zur Ruhe kommen.
Genervt reagiert die empfindliche Mardernase auf Toilettensteine, Mottenkugeln, parfüm- oder salmiakgeistgetränkte Watte. Selbst Urin oder Haarspray verstärken sein angeborenes Fluchtverhalten. Wärme dagegen lockt ihn, und dann beißt er sich artgerecht durchs Leben. Dabei muss - wie bereits geschrieben - so manche Leitung im Auto und Haus dran glauben. Gegen den enormen Gummiappetit des Steinmarders ist dauerhaft wirklich kein Kraut gewachsen, selbst Knoblauch hat keinen Erfolg.
Wenn Fallen eingesetzt werden, freut sich der nächste Marder über das freigewordene Revier. Was wirklich hilft, ist ein gültiger Jagdschein. NUR Profis dürfen aber nur vom 16. Oktober bis zum 28. Februar aktiv werden, auch wenn die Anzahl der rund hunderttausenden gemeldeten Marderschäden pro Jahr an Autos noch steigen wird.
Bundesweit wird inzwischen für Millionen Euro repariert. Am Ende des Jahres (so wird gemunkelt), holen sich die "schlauen" Tierchen von der Autowerkstatt ihre Provision ab.
Wer seinen aktiven Untermieter toleriert, hat weniger Sorgen mit Ratten und Mäusen in Haus und Hof, muss aber mit tierischem Gestank sowie Beuteresten rechnen.
Gartenbotschafter John Langley

Wieso brauchen wir mehr "bienenfreundliche" Gärten?


Grünflächen in der Stadt oder private Gärten sind heutzutage häufig so gestaltet, dass sie das menschliche Auge erfreuen sollen, also auf die Ästhetik ausgerichtet sind. Was aber "Biene Majas wilde Schwestern" und andere Lebewesen dringend benötigen und suchen sind Nahrungsangebote. Deshalb sind besonders bienenfreundliche Gärten immer wichtiger, die auch ganzjährig ein Nahrungsangebot und Nistplätze bieten. Wie sieht so ein „bienenfreundlicher Garten“ konkret aus? Wer schon einen Garten hat oder einen Garten übernimmt, der sollte als erstes eine Bestandsanalyse machen, um zu sehen, welche bienenfreundlichen Pflanzen und Gehölze eventuell schon vorhanden sind. Sicher haben Bienen auch bestimmte Ansprüche, die man kennen sollte? Die fleißige Honigbiene nimmt eigentlich alles an, was blüht und Pollen zeigt oder zugänglich macht.
Wildbienen sind dagegen Spezialisten, was das Nahrungsangebot betrifft, sie sind auf spezielle Arten angewiesen. Wer die Zeit hat, kann sich einfach mal in seinen Garten setzen und beobachten, welche Tiere dort überhaupt zu entdecken sind. TIPP: Wichtig wäre es, dass keine gefüllten Blüten und züchterisch veränderte Sorten zu pflanzen, die für viele Insekten einfach nutzlos sind. Bäume und Sträucher wie Schlehe, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Weißdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu, ungefüllte Rosen wie beispielsweise die Bienenweide®-Rosen sind eine Freude für jeden Garten- und Naturliebhaber!
Sie wachsen dicht, kompakt und buschig, fast kissenförmig und sind enorm blühstark. Alle Bienenweide®-Rosen-Sorten sind halb- oder ungefüllt, d. h. ihr reicher Vorrat an Pollen und Nektar ist für Bienen und andere Insekten gut erreichbar. Alle Sorten sind selbst reinigend und erstaunlich robust! Bienenweide®-Rosen können an sonnigen Plätzen in kleinen Gruppen oder zur Randbepflanzung auch in Steingärten und Kübel gepflanzt werden. Kombinationen mit anderen Stauden und Gehölzen ergeben ein harmonisches Bild. Je nach Sorte liegt die Wuchshöhe zwischen 40 und 60 cm. Durch den kissenförmigen Pflanzenaufbau sollten ca. 3 - 6 Pflanzen pro m² gesetzt werden.
Gartenbotschafter John Langley® 

Trendbotanik mit viel Power - Bärlauch -


Weil ich gerade am schreiben bin möchte ich auch noch kurz Bärlauch aus dem schattigen Dasein in die helle Öffentlichkeit stellen. Wenn man bedenkt, dass der Bärlauch (Allium ursinum) wild in Europa und Nordasien in feuchten, humusreichen schattigen Laub- und Auwäldern wächst. Könnte man sich gut auch einen Platz im eigenem Garten vorstellen.

Bereits vom Gartenbau kultivierte Pflanzen könnten problemlos - wenn ein schattiger Fleck im Garten vorhanden ist - verpflanzt werden. Als typische Waldpflanze liebt sie natürlich liebt und lebt sie auch unter schattenspendenden Gehölzen. Unser Gartenboden ist beispielsweise lockerer und zurzeit leider etwas zu feucht und hat bisher der Pflanze gefallen. Die Blätter kommen eigentlich im April und Mai (bei diesem "Winter" bestimmt sogar früher) , die Blüten jedoch erst Mitte Mai und Juni. (Oder...…..)

Seinen Namen verdankt der Bärlauch (auch Wildknoblauch genannt) den alten und wahrscheinlich auch den jungen Germanen. Der Bär - so glaubte man - verleihe seine Kraft auch bestimmten Pflanzen, durch deren Verzehr sich der Mensch Bärenkräfte einverleiben kann. Und diese Power wird auch benötigt, den Wildwuchs an Bärlauch wieder aus den Garten zubekommen. Mein TIPP: Weil - wie beschrieben - die Wildpflanze sehr stark wuchert, solltest man den trendigen, natürlichen Geschmacksträger am besten in ein Hochbeet pflanzen.

Da Bärlauch sehr ausbreitungsfreudig ist, wächst er mittlerweile auch wild in vielen Gärten. Wer die Kontrolle nicht über diese Wildbotanik verlieren möchte, wird vermutlich großflächige Bestände sogar hin und wieder rechtzeitig eindämmen.
Oder wie wäre es mit einer Bärlauch-Einladung im Gärten. Dann gräbt sich jeder seinen "QUDRATMETER" für das leckere Bärlauchpesto oder verfeinert den Frischkäse mit frischgeernteten Bärlauch. Dieser Tipp ist von einer kompetenten Staatlich geprüfte Diplom Käsesommelière. DANKE! Petra.

Gartenbotschafter John Langley® 


Kühle Kameliendamen


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Kamelien? Nein Danke! Die sind doch wohl nur was für Experten, so die allgemeine Meinung. Doch wer sich in diese wunderschönen ostasiatischen Winterblüher verliebt hat, wird schnell feststellen, dass dieses Teegewächs gar nicht so zimperlich ist. Kamelien lieben in den dunkleren Monaten ehkühlere Räume. Ein Wintergarten oder heller Standort wäre geradezu ideal für die Pflanze mit den oft faustgroßen, duftenden Blüten. Bei Temperaturen um 15 Grad Celsius blüht sie so richtig auf. Zu warme und zu trockene Heizungsluft ist der Tod der Kameliendame.

Als Gartenpflanzen haben sich in unseren Breiten besonders die Sorten von Camellia japonica bewährt. Dort sollen sie unter einer "wärmenden" Decke aus Schnee und Eis selbst Fröste bis - 40 Grad Celsius überstehen. Eine Cameliensorte ist schöner als die andere, das Spektrum ihrer Blütenformen und -farben riesig. Oft umfasst nur das Angebot in gärtnerischen Fachbetrieben Pflanzen mit einfach und gefüllt blühenden Camelien, vom reinen Weiß über zahlreiche Rosè- und Lachsnuancen bis hin zu intensivem Rot.

Solange die Knospen noch geschlossen sind, lieben es die Pflanzen, ab und an mit lauwarmem Wasser besprüht zu werden. Und wer den Standplatz nicht unbedingt wechselt, muss auch nicht den Abwurf der Knospen fürchten. Diese kleine Empfindlichkeit ist keine Star-Allüre, sondern hängt mit der Ausrichtung der Knospen zum Licht zusammen. Deshalb passiert es, dass im ungünstigsten Fall ein unbeabsichtigter Standortwechsel dazu führt, dass sich die Knospen selbst abdrehen.

Ob drinnen oder draußen - Kamelien benötigen einen leicht sauren Boden. Aus diesem Grund macht es Sinn, zum Gießen nur abgekochtes, also kalkfreies Wasser zu verwenden. Beim Gießen gilt es, die richtige Balance zwischen zu viel und zu wenig zu finden, denn sowohl Staunässe als auch Ballentrockenheit schaden den winterblühenden Pflanzen langfristig. Ein leichtes Andrücken der Erdoberfläche mit dem Daumen könnte den Gießrhythmus bestimmen. Wenn noch Feuchtigkeit zu spüren ist und etwas Erde am Daumen klebt, kann man mit dem Wässern noch warten.

Die Wachstumsphase und mögliche Umtopfzeit der Kamelie beginnt nach der Blüte und ist leicht am neuen Austrieb zu erkennen. Unter gar keinen Umständen sollten die Pflanzen im Winter oder während der Blüte umgetopft werden. Zum Umtopfen lassen sich Azaleen- oder Rhododendronerde oder eine Spezial-Mischung aus der Kamelien-Gärtnerei verwenden. Nach der Blüte gehören Kamelien ab in den Garten! Da die Wurzeln der Sträucher keine Hitze vertragen, stellt man Kamelien im Freien schattig bis halbschattig oder senkt den Kübel ins Erdreich ein. Im Wintergarten beugt häufiges Lüften und Schattieren Überhitzung vor.

Gartenbotschafter John Langley


Ohne Moos nix los


Foto: Andreas Birresborn
Foto: Andreas Bireesborn

Mit vermoosten Rasen beginnt oft das Gartenjahr. Die Ursachen dafür können leider sehr komplex sein. Nach dem regenreichen Monaten hat es das Oberflächenwasser besonders schwer, in feuchter, verdichteter, aber auch in zu schweren Böden (unterhalb der aufgetragenen 40 cm Oberbodenschicht) zu versickern. Dazu kommen die Kältephasen, geradezu ideal für Moos. Bereits bei 0°C sprießen die sichtbaren Vermehrungsorgane.
Gras jedoch erst bei 8°C. Klar, das man nur noch Moos sieht.
Doch das allein ist nicht die Ursache. Eine Bodenprobe verrät zuverlässig den Säuregrad im gebundenen Bodenwasser. (pH-Wert) Wer hier unter 6,5 liegt darf nicht sauer sein, wenn Moos ein Zuhause gefunden hat.
Was hilft dem gestressten vermoosten Rasen, damit er wieder auf die "grünen" Beine kommt?
Die "Moos-Bekämpfung" erfolgt am besten im Frühjahr. Wer sich für das Vertikutieren entscheidest, sollte diese Aktivität am besten nach dem ersten und zweiten Schnitt im Frühjahr durchgeführt werden. GEDULD ist hier angesagt. Danach unbedingt die aufgeschnittene Oberbodenfläche mit geeigneten RSM (Regelsaatmischung) und nicht lehmhaltigen Sand gemeinsam die bearbeitete Fläche abstreuen. So wird verhindert, dass freigelegte Lichtkeimer (oft unerwünschte Spontanbotanik im Rasen) und nicht die mit Sand verwendete qualitative Saat für gewünschtes GRÜN sorgt.
Gartenbotschafter John Langley®


Wer hat den besten Boden?


Viele stehen nach dem Einzug in ihr neues Heim oft inmitten einer lehmigen Einöde. Verständlich ist der Wunsch, den Garten so schnell wie möglich grün und blühend anzulegen. Da alles wie immer sehr schnell gehen muss und die notwendige Muße zur Langsamkeit fehlt, wird häufig vieles überstürzt gekauft, gepflanzt, gesät und oft flächendeckend "verklinkert".

Was ist aber nun der beste Boden? Und welcher Boden ist schlecht? Manche sagen, Sandboden ist schlecht, andere behaupten dasselbe von steinigem Boden. Schwer haben es alle, die betonhartem Lehm oder "Tonboden" bearbeiten wollen. Allen zum Trost: Eigentlich gibt es keinen schlechten Boden! Es gibt nährstoffreichen und nährstoffarmen, feuchten oder trockenen, lehmigen oder sandigen, aber niemals minderwertigen Boden.

Und wann ist der günstigste Zeitpunkt, um den Boden zu bearbeiten? Im Obstgarten sollte man beispielsweise im März mit dieser Arbeit beginnen. Eine spätere Bearbeitung (April, Mai) erhöht die Blütenfrostgefahr, (wenn diese überhaupt noch zu erwarten ist) da frisch gelockerte Erde die Wärmeabstrahlung des Bodens einschränkt (Isolierschicht). Bitte dort nicht umgraben, mögliche Verdichtungen und Unkraut lassen sich mit einem Grubber/Handkultivator beseitigen. Wer im Spätherbst seinen tonigen Boden im Gemüse- und Sommergarten tief mit dem Grabgabel umgegraben hat, kann aufgrund der Wetterlage damit rechnen, dass die groben Schollen der Winterfeuchte und dem Frost aussetzt waren. Wenn im Frühjahr dieser Boden abgetrocknet ist, sollte er mit der Harke (dem Rechen) nur eingeebnet, aber nicht mehr umgraben werden.

Jeder Bodenbeschaffenheit lässt andere Gestaltungsmöglichkeiten zu, bietet anderen Pflanzen und anderen Gestaltungsideen Raum. Selbst purer Fels würde von phantasievollen Begrünern vermutlich in einen paradiesischen Gartenraum verwandelt werden. Und wer sich nicht sicher ist, welche Pflanze zum eigenen Boden passen, probiert eben mit den Erdenbewohner so lange herum, bis die richtigen Pflanzen am richtigen Standort wachsen, blühen und gedeihen.

Alle Pflanzen, die auf Sand oder Kies wachsen sollen, müssen mit wenig Wasser und meistens auch mit wenig Nährstoffen klarkommen können. Sie haben also entweder weit- oder tiefreichende Wurzeln, können Wasser und Nährstoffe speichern oder sind in der Lage, wie Lupinen und andere Schmetterlingsblüher den Hauptnährstoff Stickstoff aus der Luft zu beziehen.

Pflanzen, die auf Ton gedeihen können, müssen dagegen mit wenig Sauerstoff im Boden zurechtkommen und Staunässe ertragen können. Sträucher, Stauden oder Bäume auf Kalkschutt haben viel Hitze und wenig Wasser zu ertragen. Gewächse auf Torfböden dürfen nicht vor niedrigen pH-Werten und wenig Nährstoffen zurückschrecken.

Ein Fehler, der oft begangen wird, ist, mit aller Macht die Lieblingspflanzen oder den "unüberlegten" Spontankauf auf einen ungeeigneten Standort zu zwingen. Für dieses "Wohlstandsgrün" kann dann auch mal der Boden schlecht sein. Die Folge ist, dass das gärtnerische Produkt schwächelt und krank wird. So ist der Frust auf Grün vorprogrammiert. Das muss NATÜRLICH nicht sein.

Gartenbotschafter John Langley® 


Petersilienkultur kann so einfach sein


Wem die Petersilie - "verhagelt" ist, der hat es oft mit der sogenannten "Petersilienkrankheit" zu tun. Da hilft auch wirklich keine Seifenlösung mehr - die Blätter werden zuerst gelb, und dann gibt das Kraut auf. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Häufig ist eine Pilzkrankheit verantwortlich. Manchmal hat die Möhrenfliege die Pflänzchen entdeckt. Es können aber auch Fadenwürmer (Nematoden) oder sogar Wurzelläuse interessiert sein.
Die Petersilie zählt nicht zu den mediterranen, sonnenhungrigen und ansonsten fastenden Pflänzchen à la Thymian, Oregano oder Rosmarin. Deshalb können auch längere Trockenheit, der falsche Standort sowie mangelnder Fruchtwechsel für den Ausfall mitverantwortlich sein. Was bleibt zu tun? Entweder die Petersilie an anderer Stelle neu säen oder pflanzen. Vorbeugend gegen Nematodenbefall könnte eine Vorkultur beispielsweise mit einer Gründüngung aus Studentenblumen (Tagetes), Ringelblumen (Calendula) oder eine Mischkultur hilfreich sein. Ansonsten bietet der Fachhandel Mittel gegen Nematoden an.
Noch ein TIPP: Der Standort für die Petersilienkultur sollte ohnehin zweijährlich mit der neuen Aussaat gewechselt werden. Gewünscht wird nicht die volle Sonne, ideal ist Halbschatten, sprich zur Haupt-Triebzeit April und Mai herrscht lichter Schatten, im Sommer möglicherweise Baumschatten für etwa einen halben Tag, dann wieder lichter Schatten.
Wenn Petersilie auf einem durchlässigen, tiefgründigen, nahrhaften, humosen Boden mit guter Wasserhaltekraft wächst, gibt es weniger Probleme. Auch eine bewusste Spätsaat (ab Ende Juni) könnte vorteilhaft sein. Grundsätzlich sollte Petersilie nie direkt nach Petersilie angebaut werden. Frühestens nach vier Jahren darf sie wieder auf der gleichen Fläche wachsen. Es sei denn, man lässt die Pflanze durchwachsen, blühen und aussamen. In diesem Fall entwickeln sich aus den Samen im nächsten Jahr kräftige Pflanzen. Vorsicht: Sollte der Rüsselkäfer in der Kultur sein Unwesen treiben, die Pflanzen bitte vernichten.
Ungünstig ist die lange "Auflaufzeit" der Petersilie. Es kann schon drei bis vier Wochen dauern, ehe sich die Keimlinge zeigen. In dieser Zeit haben Schadpilze und Schadorganismen sowie insbesondere Schnecken große Chancen.. Gegenüber den Schwierigkeiten im Frühjahr gedeiht die Direktsaat im Spätsommer (August) meist gut.
Man kann das "Peterkraut" auch auf dem Balkon in Töpfchen oder ähnlichen Gefäßen kultivieren (mehrere Körner pro Topf säen, an einem geschützten Ort aufstellen) und dann entweder auspflanzen (Reihenabstand 25 bis 30 cm) oder als "Luftkultur" ernten. In voller Sonne gedeiht Petersilie nur bei reichlich Wasser- und auch Düngergaben. Außerdem steht sie nicht gerne im Dauerwind. Die "Gefäßerde" sollte hier nicht mit nicht lehmhaltigen Sand etwas abgemagert werden, gleichwohl hilft eine Schicht aus Blähton oder unten im Topf gegen stauende Nässe im Wurzelbereich.
Petersilie schiebt wie viele Doldenblütler eine lange Pfahlwurzel in den Boden. Das Pflanzsubstrat sollte daher mindestens 40 cm Tiefe haben. Ist dies gerade nicht gegeben, hilft folgender Trick: Einfach den Boden des Gefäßes (ACHTUNG nicht bei hängenden Balkonkästen) ausschneiden, ihn dann auf die Erde stellen und viele leckere Petersilienstängel ernten.
Gartenbotschafter John Langley® 

Schmale grüne und blühende Indoorgärten lieben helles Licht


Zimmerpflanzen können "sehen" ... sie wachsen immer dem Licht entgegen. Aber was passiert, wenn sie nicht mehr so richtig in Gange kommen wollen? Richtig, dann fehlt wichtige Sonnenenergie, die die Pflanze zum Aufbau benötigt. Lichtmangel kann über Leben und Ableben einer Pflanze entscheiden. Wodurch tut sich die Natur auf der Fensterbank so schwer und kämpft mit dem Überleben? Schuld sind natürlich die Fensterscheiben.
Teure, oft getönte Wärmeschutzgläser absorbieren bis zu drei Viertel des einfallenden Lichts. Was umwelttechnisch und ökologisch als optimal angesehen wird, ist für das Indoorgrün weniger im wahrsten Sinne des Wortes ersprießlich. .
Ein Wärmeschutzglas - so die Experten mit beruflichen Durchblick - schluckt nicht nur Licht, sondern dämmt genauso gut wie eine 36,5 Zentimeter dicke Wand aus Leichthochloch-Ziegeln. Nur wenn es in den Wohn- und Arbeitsräumen wesentlich kühler wäre, spart dies zum einen Energiekosten und zum anderen würde die niedrige Temperatur den Zimmerpflanzen helfen, den Mangel an Licht im deutschen Winter naturgemäß zu kompensieren.
Was geschieht, wenn eine Pflanze hauptsächlich von einer Seite belichtet wird, wie es zum Beispiel auf der Fensterbank der Fall ist? Dann wird das Pflanzenhormon Auxin in vielen Zellen des Sprosses aktiviert, und "wandert" in die Zellen der beschatteten grünen Seite. Die besonderen chemischen Eigenschaften des Auxins verändern den Zellsaft so, dass es zu einer Krümmung und Veränderung der Wuchsleistung einer Pflanze führt. Das Ergebnis ist krummes, langweiliges und unzufriedenes Zimmergrün.
Noch einmal zusammengefasst: Auxine [von griech. auxanein = wachsen lassen, vermehren], natürliche und synthetische Wuchsstoffe, die das Streckungswachstum von Sprossen fördern und das Längenwachstum der Wurzeln hemmen. Historisch wurden Auxine als erste pflanzliche Hormone (Phytohormone) entdeckt, und zwar im Zusammenhang mit dem Tropismus. (Jetzt müsst ihr möglicherweise mal googeln )
Fakt bleibt: Ohne ausreichendes Licht bilden sich in der Pflanze kaum Festigungselemente und Leitbündel. Auch unterbleibt weitgehend die lebenswichtige Bildung von Blattgrün (Chlorophyll). Die zerbrechliche "Zartheit" vergeilter Sprosse oder Blätter ist in diesem Zusammenhang bekannt. Bereits eine tägliche Belichtungszeit von wenigen Minuten könnte die Entwicklung wieder zur Ausbildung der "normalen" Pflanzengestalt bewirken. Deshalb kann hier und da eine pflanzengerechte Zusatzbeleuchtung sehr hilfreich sein.
Mit dunkleren Standorten kommen mehr oder weniger Farne ganz gut zurecht, allerdings benötigen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Robust und gut im Halbschatten aufgehoben sind Grünpflanzen wie Monstera (das TREND-Fensterblatt), Philodendron (Baumfreund), Chamaedorea (Bergpalme), Chlorophytum (Grünlilie), Cissus (Russischer Wein), Dracaena (Drachenbaum), Epipremnum (Efeutute), Fatsia (Zimmeraralie) und Hedera (Efeu). Blütenpflanzen haben grundsätzlich einen höheren Lichtbedarf als reine Grünpflanzen.
Gartenbotschafter John Langley® 

Der Sommer beginnt JETZT


Wer es in diesem Sommer besonders farbenfroh bevorzugt oder nur sein eigenes Gemüse ernten möchte, kann fast umgehend loslegen. Kunterbunt und Artenreich hängen die Verkaufsständer -nicht nur in den Gartencentren - voll mit buntbedruckten Tüten, deren Samen aus aller Welt und natürlich auch aus der Region kommen, damit genüssliche und visuelle, blumige Wünsche erfüllt werden. Wer selbst sät, pflegt und hegt, nimmt im wahrsten Sinne des Wortes den "Lebenslauf der KulturNatur" selber in seine verantwortungsvollen Hände. Wer früher sät, trägt zur Verlängerung der Vegetationszeit bei.
Als Faustregel gilt: Je kleiner der Samen, desto mehr möchte dieser das Licht sehen. Großes oder sehr hartschaliges Saatgut lässt sich im Wasser oder feuchten Medium (unbedrucktes flauschiges Papier) vorkeimen. Mit einem kleinen Zimmer - Anzucht - Gewächshaus kann man bereits sehr gute Keimergebnisse erzielen.
TIPP: Eine Austrocknung des Substrates und damit des Samens lässt sich auch zuverlässig verhindern, wenn die Aussaattöpfe beispielsweise mit einer Glasscheibe oder in Ausnahme auch mit einer Frischhaltefolie bedeckt werden.
Wenn möglich, sollten die Töpfe (wenn die Temperatur es draußen zulässt) bis zum Auflaufen der Sämlinge an einem schattigen Ort gestellt werden. So wird eine Überhitzung und damit verbunden eine mögliche Verbrennung (Treibhauseffekt) verhindert. Sobald sich helles Grün zeigt, macht es Sinn, die Abdeckung leicht anzuheben. Frischluft härtet (nicht nur) die Sämlinge ab. Nach einigen Tagen kann die transparente Abdeckung dann vollständig entfernt werden.
Natürlich ist die Keimdauer artenspezifisch unterschiedlichen. Samen können innerhalb von wenigen Tagen oder auch erst nach vielen Monaten auflaufen. Keine Panik. Die meisten Sämlinge erscheinen in weniger als einem Monat. Wenn nach der Aussaat vorsichtig gegossen wird, sollten die Samen vorher mit einem "Brettchen" fest angedrückt werden, so dass sie nicht durch den hoffentlich weichen Gießkannen"strahl" weggeschwemmt werden.
Wer sich für gute Aussaaterde und wirklich für Qualitätssamen entschieden hat, kann mit einer hohen Keimrate länger haltbar Saat rechnen. Jetzt fehlt nur noch ein wenig Geduld.
Die Aussaaterde sollte auf jeden Fall gut wasserdurchlässig und atmungsaktiv sein, was Fäulnis durch Staunässe verhindert. Jedes Aussaatsubstrat sollte natürlich nährstoffarm sein, um eine gute Entwicklung des Wurzelsystems der Sämlinge zu gewährleisten. Wer die jeweiligen Aussaattermine nicht beachtet, muss leider mit Verlusten rechnen, da kleine und schwache Pflänzchen dann möglicherweise von diversen Schadinsekten (nicht nur Erdschnecken und Fadenwürmern) gestresst werden.
Und noch ein Tipp: Um eine hohe Keimrate zu erzielen, können viele Samen bis zur Aussaat bei 5°C und einer 30%igen relativen Luftfeuchtigkeit (bzw. im Gemüsefach des Kühlschrankes) aufbewahrt werden. Wenn empfindliche Saat offen bei 22°C Zimmertemperatur und oft unter 40% Lufttrockenheit liegt, darf man sich nicht wundern, wenn da kein neues grünes Leben entsteht. Und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit bei der Aufbewahrung des Saatgutes kann Pilzinfektionen begünstigen oder sogar zu einer Keimung in der Tüte führen.
Gartenbotschafter John Langley® 

 


Grün erleben und berühren


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Das erlebte Naturverständnis sorgt dafür dass Pflanzen, Erde und Verantwortung miteinander verwurzeln. Eine natürliche Umgebung bewirkt eine ganzheitliche Harmonisierung durch Handeln - Fühlen - Denken. Wer unbelastet gärtnert, plant, pflanzt und mit der Erde umgeht entdeckt dabei seine Fantasie und Kreativität.
Begreifen durch Anfassen. Wer durch pflegen, gießen, düngen und nicht zuletzt durch schützen der wachsenden Pflanzen Verantwortungsbewusstsein erlernt, wird mit sich später zufriedener sein. Wahrnehmungsförderung im Umgang mit Pflanzen, Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und nicht zuletzt Naturverständnis und damit verbunden Beurteilungsfähigkeit stärkt und fördert den jungen Menschen. So entsteht ein realistischeres Bild von der Umwelt, durch das die jugendlichen Sprosslinge auch ihre eigene Lebenswirklichkeit wahrnehmen.
Gartenbotschafter John Langley®


Umweltgerechtes Verhalten im Garten


Der Garten ist als ein von Menschen geprägter "Natur Raum" zu verstehen, der nach eigenen Vorstellungen gestaltet und genutzt, aber keinesfalls umweltschädigend bearbeitet werden sollte.
Damit sich der Garten im Laufe der Zeit zu einem Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze entwickeln kann, müssen bei der Pflanzenwahl natürliche und standortbestimmende Gegebenheiten berücksichtigt werden. Unter dieser Voraussetzung können die verschiedenartigsten Pflanzen heimische und nicht heimische Pflanzen; Raritäten; geschützte, (vom Gärtner/innen vermehrte Arten) im Garten einen geeigneten Platz finden.
Gartenbotschafter John Langley®


Kompost belebt den Gartenboden


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Kompost verbessert die Bodenstruktur, sorgt für aktive und lebendige Bodenorganismen, deren Aufgabe es ist den Gartenboden und somit die Pflanzen am Leben zu erhalten.
Natürlich kommt es hier immer auf die Mischung an. Fast alles - mit Ausnahme von stark pilzerkrankten organischen Materialien - kann auf den Kompost. Ein kerngesunder Kompost stinkt nicht.
Je nach Zusammensetzung ist er nach einem halben bis einem Jahr nutzbar - nicht nur als Bodenverbesserer, sondern auch als kostenloser und umweltfreundlicher Dünger im Garten.
Gartenbotschafter John Langley®


Prima Klima


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Pflanzen tun dem Menschen unbestritten gut - diese Tatsache ist wissenschaftlich begründet. Bekannt ist auch, dass und wie es grüne Pflanzen gelingt, sich der "schlechten" Luft anzunehmen. Dass Zimmer- oder (neudeutsch) Indoor-Pflanzen die Luft verbessern können, ist möglich (wenn auch nur eingeschränkt). Pflanzen "verarbeiten" Kohlendioxid und produzieren Sauerstoff, das kennen wir noch aus dem Unterricht der angewandten Botanik oder entsprechend im Leistungskurs. 
Je mehr Blattoberfläche eine Pflanze hat, desto effektiver kann sie dieses Kohlendioxid aufnehmen und so für mehr Lebensqualität sorgen. Dabei kommt es nicht auf die Größe des einzelnen Blattes an, sondern auf die Blattfläche, die das gesamte Laub ergibt.
Natürlich spielt bei der Pflanzenauswahl auch der Trendgedanke mit. Die grüne Branche bietet ein breites Spektrum an Pflanzen mit unterschiedlichsten Blattformen. "Voll im Trend" sorgt ein #IndoorDschungel für prima Klima.
Gartenbotschafter John Langley®


Das "neue" Naturerlebnis


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Reicht die bereits veraltete Eisenharke und der legendäre angerostete Spaten aus, um die Tätigkeit im Garten zukünftig in den Griff zu bekommen? NEIN!!!!! Qualität ist gefragt, wir kennen die Tatsache, dass BILLIG auf die Dauer TEURER wird. Auch wenn überall dort, wo der ambitionierte Gartenfreak "Naturverbundenheit" demonstrieren will.... hochtechnisiert gezupft, gesaugt, getrimmt, geschnitten, geglättet, geblasen und erdverbunden geputzt wird, kommt man mit einer BASIC AUSSTATTUNG wie beispielsweise Spaten, Schaufel, Harke, Grabegabel, Rechen, Wildkrautstecher und, und, und nicht vorbei.
Mit dem richtigen und geeigneten (nicht immer billigeren) Profigeräte für den Garten sind Bequemlichkeit, Belastbarkeit, Langlebigkeit und Naturbewusstsein verbunden. Ja, Qualität hochwertiger Werkzeuge hat seinen Preis und nach oben hin ist hier wirklich alles offen. Wir sind es nicht nur unserer Gesundheit wert. Oder?
Gartenbotschafter John Langley ®


Bücherwürmer auf der Spur


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Gartenbücher sind auch als kluges "Werkzeug" für's Gärtnern zu verstehen. Jedes Buch bringt unbestritten neue Erkenntnisse und Einblicke. Man setzt sich mit dem Gelesenen auseinander und entwickelt neue Gedanken. Dabei spielt es keine Rolle, ob der eigene Garten (neudeutsch spricht man ja von Wellness-Oasen) groß oder klein ist. Das Angebot der "grünen Literatur" ist so vielfältig wie die Pflanzenwelt selbst. Sachlich oder schwärmerisch, alphabetisch, kalendarisch oder geographisch - der Mannigfaltigkeit sind wirklich keine Grenzen gesetzt. Einen Einblick für grüne Themenvielfalt vermittelt Biogärtner Karl Ploberger (Plo) österreichischer Journalist, Moderator und Sachbuchautor in seinen Publikationen. Wer (Gartenbücher) liest, setzt sich vermutlich auch schöpferisch mit der blühenden und grünen Welt, den Pflanzen und ihren verschiedensten Lebensgewohnheiten auseinander. Bevor man also mit dem realen Pflanzen beginnt, sollte man den Garten als Ganzes betrachten. Es stelle sich zunächst die Frage: Soll er streng formal wirken oder frei gegliedert, gestylt oder naturbelassen, gefühlsbetont oder selbstbewusst, monochrom oder vielfarbig? Anregungen gibt es viele. Da fällt es nicht immer leicht, sich konsequent zu entscheiden. Wer Natur will, muss sich natürlich auch Gedanken machen. Oft - und das ist nur ganz "allgemein" gemeint - stimmt es in vielen Gärten nicht mehr. Unter dem Motto "hier herrscht Ordnung" wird oft "Grünes" angelegt und "ver"staltet. Der Rasen darf höchstens noch einen Zentimeter hoch werden. Man wählt Bäume oder Sträucher, möglichst in blaugrün-Nuancen (so wie es der Katalog verspricht) sowie Thuja- oder Zypressenarten in allen Formen und Farben. Gartenarbeit? Nein Danke! Pflegeleicht soll er sein, farbig und "nur" schön. Schön, werden spontan einige sagen. Wenn es die Menschen so wollen, dann sollen sie doch in dieser gestylten Umgebung leben. Akzeptiert! Doch mehr lebt da auch nicht mehr. Kein Lebensraum für Wildblumen, Schmetterlinge oder Kleintiere und nicht zu vergessen die Vogelwelt. Pflanzen vertragen viel, lassen einiges klaglos über sich ergehen. auch wenn man beim Pflanzen oder bei der Wahl des Standortes "kleine" Fehler macht. Viele Autoren (wie zum Beispiel Buchautor&Pflanzenarzt René Wadas) haben fast immer eine Antwort auf die vielen Fragen nach dem, was da alles im Garten wächst und überleben soll. Wer beispielsweise einen Einstieg in die Welt des Gärtnerns sucht, wird im Buchhandel schnell fündig. Es blüht und grünt, und man hat fast den Eindruck, es duftet auch, wenn man spontan die farbigen Illustrationen vieler Publikationen betrachtet. Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt, sagt ein arabisches Sprichwort. "Und wer selbst zur Feder (wie der Extrem-Botaniker und Autor Jürgen Feder) greifen will, um Beobachtungen und Erfahrungen festzuhalten, sollte mit einem eigenen Gartentagebuch beginnen.
Gartenbotschafter John Langley®


Der Natur auf der Spur


Wer pure Natur will, muss "natürlich" denken. Wenn es im Garten nicht mehr stimmt, dann wurde oft der notwendige Lebensraum für Wildblumen, Schmetterlinge, Kleintiere und Vogelwelt schlichtweg vernachlässigt. Explosionsartig breiten sich dann besonders zur wärmeren Jahreszeit unzählige ungewollte Pflanzen aus, was natürlich auch jede Menge "unangenehme" Fauna ins geliebte Kleinod lockt. Dazu gehören - ohne wenn und aber - Ameisen, Wespen, Bienen, Hornissen, Rehe, Katzen, Wühlmäuse oder sogar Maulwürfe. Und handelt es sich hier wirklich immer um Schädlinge?

Dazu kommt noch unerwünschte Gartenhygiene und damit geht jegliches naturgemäße Gleichgewicht unwiederbringlich verloren. Ist es denn nicht ein Wunder der Natur, wenn sich unter jedem Topf und Stein noch ein echter Saurier einfindet? Keiner weiß, weshalb - nur dass sie lebt, die viel geschmähte Kellerassel, das ist Fakt. Hier und da krabbeln zarte Kreuzspinnen hin und her und ungebeten finden sich mehrere Dutzend Gelbpospinnenbabies ein. Aktive Bodentruppen suchender Ameisen (da sind sie wieder) beziehen ihre Posten. Apropos Ameisen. Eigentlich sollte die jahrzehntelange Diskussion zu Ende sein, ob Ameisen nützlich oder schädlich sind. Als amtlich naturgeschützte Allesfresser beseitigen sie im Garten beispielsweise tote Tiere und abgestorbene Pflanzenteile und sind somit durchaus nützlich. Im Haus spüren sie zielgerichtet zuckerhaltige und eiweißreiche Substanzen auf und sind somit natürliche Anzeiger für scheinbare Reinlichkeit.
Wer der Natur auf die Spur kommen will, muss erst beobachten und dann handeln. Es kreucht, fleucht und läuft nur so, wenn man genau hinsieht. Laufkäfer sind auf der Suche nach kleinen Insekten, vornehmlich nach Blattläusen. Diese stehen auch auf dem Speisezettel der Marienkäfer. Sie und vor allem ihre Larven ernähren sich in erster Linie von Blattläusen. Und Raubwanzen lassen Blattläusen, Raupen, Kartoffelkäferlarven, Spinnmilben und anderen Schädlingen in ihrer näheren Umgebung kaum eine Chance. Selbst der Ohrwurm hilft im "Kampf" gegen Blattläuse. Heimische Vögel, fressen alle möglichen Insektenarten und Schädlinge wie Raupen und Maden. Über ein geradezu gefundenes Fressen, freuen sich besonders Erdkröten. Für sie sind Nacktschnecken, Asseln, Würmer, Raupen, Spinnen, pflanzenschädigende Fliegen, Mücken und auch Wespen das Richtige zum satt werden.

Ok, die vielen pyramidalen, schwarzen Hügel im eigenem Garten können ärgerlich sein, doch der Beitrag zum Schutz der Pflanzen ist nicht zu unterschätzen. Maulwürfe fressen Würmer, Engerlinge, Käfer, Raupen, Nacktschnecken und andere Schädlinge, die auf oder unter der Bodenoberfläche leben. (Der Maulwurf gräbt lange Gänge, die ein bis zu 6.000 Quadratmeter großes Labyrinth bilden können.) Es stimmt: Die biologische Schädlingsbekämpfung hat auch immer ihre "Natur" gegebenen Grenzen. Und manche Nützlinge können auch zu Schädlingen werden. So knabbern Ohrwürmer mit Vorliebe auch Äpfel an. Und Vögel haben nicht nur ihre nützliche Seiten, sie mögen auch junge Saat und freuen sich an Kirschen und anderen Obst arten. Eine durchdachte Anlage des Gartens kann den "Zuzug" von Nützlingen fördern. Das allein ist jedoch noch lange kein Garant dafür, dass die Schädlinge nicht doch große Teile der Nutz- und Zierpflanzen "überfallen".

Gartenbotschafter John Langley® 

 


Grüne Monokultur


Foto: BGL_PdM
Foto: BGL_PdM

Wieviel Rasen braucht eigentlich ein Garten? Oft wird bereits bei der Planung der Grasteppich überdimensioniert angelegt. Oft bestehen Rasenflächen nur aus nur fünf Grasarten und diese "Artenarmut" wird häufig noch durch "Un"krautvernichtungsmittel oder Überdüngung belastet. Kein Wunder, wenn dann kaum noch tierisches Leben im Boden und grünes Wachstum möglich ist. Hinzu kommt noch, dass wegen der oft zu kurzen Schnitthöhe die Verdunstung an wärmeren Tagen besonders hoch ist. Die Bodenqualität unter der Grasnarbe leidet durch Nährstoffentzug, Auswaschung und Verdichtung werden immer intensiver. Fazit: Allmählich verarmt die grüne Monokultur. Ein Garten sollte aber lebendig und naturverträglich sein. Dort, wo gespielt und getobt wird, macht Rasen möglicherweise Sinn. Und wenn es denn mal kein "englischer" Zierrasen sein soll, hat sich eine bodenbeständige Scherrasenmischung mit vielen unterschiedlichen Kräutern bewährt. Dann blüht wenigstens immer etwas, selbst auf sandigen, lehmigen und tonigen Böden - egal wie oft das Flächengrün geschnitten wird. Gartenbotschafter John Langley®


Die dritte Hand


Foto: John Langley
Foto: John Langley

Handlich, leicht, sicher und ergonomisch gestylt muss die "dritte Hand" idealer weise sein. Wer im Garten schneidet, will mit seiner Arbeit und dem entsprechendem dafür geeigneten Werkzeug einschneidenden Erfolg haben. Selbst wenn "nur" altes Holz vieler Sträucher auszuschneiden sind, werden Schere und Hand des Schneidenden stark beansprucht. Was dann nicht richtig funktioniert, geht schnell auf die Nerven. Wer bei der Wahl seiner Scheren besonderes Augenmerk auf ermüdungsfreies "Trennen" legt, bei der Arbeit auf schmerzende Blasen und Hornhautschichten verzichten will, muss sich vor dem Schneiden für die "richtige" Schere entscheiden.
Schere ist natürlich nicht gleich Schere. Es gibt die ergonomische Rollgriff-Schere, die den natürlichen Bewegungsablauf der Hand unterstützt und Ermüdungserscheinungen vorbeugt. Oder diejenige mit patentierter Getriebe-Technik, die für optimale Kraftübertragung ohne Nachgreifen sorgt - was sich sofort in einer deutlichen Kraftersparnis bemerkbar macht.
Achten sollte man auf die Öffnungsweite der Schere ebenso wie auf antihaftbeschichtete Schrauben, gehärteten Präzisionsstahl sowie die aufgeschraubte Gegenklinge mit Saftrille. Wichtig sind leichteres Schneiden, kraftsparende Hebelübersetzung, ergonomische Griffe mit stoßdämpfender Weichgummieinlage für die richtige Hand und deren Größe.
Im Detail liegt die Vollkommenheit einer Schere, aber auch Preis. Argumente für Qualität liegen quasi auf der Hand. Unbegreiflich ist oft die spontane Entscheidung für einfache, robust wirkenden "Schnäppchen" mit auffallenden Griffen für ein paar Euronen. Ob man(n) damit wirklich gut abschneidet? Wer vor dem Kauf einer Gartenschere den gefürchteten "Holzdübel oder Astschneide-Test des Hartriegels" ein paar mal selber macht, sollte, wenn es zu schwer geht, lieber die Finger von diesem Testobjekt lassen!
Vorsicht ist auch im Schnittaltag angesagt, wenn sich beispielsweise Pilzkrankheiten wie Mehltau beim Apfel oder Spitzendürre bei der Kirsche zeigen. Oft ist die erste Maßnahme ein beherzter Rückschnitt, der 15 bis 20 cm in das gesunde Holz durchgeführt werden muss. Wer ins kranke Holz schneidet trägt unweigerlich Millionen an Pilzsporen weiter und infiziert neue Schnittstellen. Vorbeugend sollte die Schere kochenden Wasser überbrüht oder besser noch in ein Brennspiritus- oder Sagrotan-Tauchbad gelegt werden. Wer über offener Hitze für pilzfreie Verhältnisse sorgt, wird Feuer und Flamme sein, wenn die Schere auch das noch alles schadlos mitmacht.
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Mal was aushecken


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Lage und Größe eines Gartens bestimmen maßgeblich den geeigneten Heckentyp. Grundsätzlich könnte man sich zwischen frei wachsenden Hecken aus Wildgehölzen oder Blütengehölzen und geschnittenen Hecken entscheiden. Eine Kombination von Blütensträuchern bietet sich als Abgrenzung, Sichtschutz und Singvögelmagnet an. Hier sollte mindestens drei Meter Platz in der Breite vorhanden sein. Tipp: Eine gemeinsame Hecke auf der Grundstücksgrenze mit dem Nachbarn ist eine Platz- und Geldsparende Lösung. (Vorausgesetzt es gibt keinen Stress ... denn dann kommt man gemeinsam nicht auf den 'grünen Zweig'.)
Gegenüber Zäunen und "größeren" Mauern bieten lebendige Hecken unbestritten den Vorteil, dass keine Baugenehmigung erforderlich ist. Allerdings müssen (hier und da - wie könnte es auch anders sein) die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzabstände für Pflanzen eingehalten werden. Bei der Auswahl der Heckenpflanzen ist es wichtig, die Standortansprüche und Pflanzzeiten zu kennen und danach das für die jeweiligen Klima- und Bodenverhältnisse passendes Grün zusammenzustellen. Wegen der relativ dichten Pflanzung und gegenseitigen Beschattung der Gehölze ist besonderes Augenmerk auf die Lichtansprüche der Pflanzen zu richten. Bei der Planung einer spielt der Habitus (äußere Wuchsform der Pflanze) oft eher eine untergeordnete Rolle.
Gartenbotschafter John Langley®


Vierländer Primel sind PRIMA


Als blühende Vorboten des kommenden Frühlings sind die farbenfrohen Primeln zur Zeit sehr populär. Da ihre hellgelben heimischen Verwandten oft erst zur Faschingszeit (Klima verändert Blühzeiten) blühen, sind sie als Karnevalsprimeln (Primula vulgaris) bekannt. Noch viel zu selten blüht der attraktive Primel-Frühling in unseren Gärten. Unter Sträucher und Bäume gepflanzt, verzaubern sie offen daliegende, sauber gejätete Böden in ein Blütenmeer.

Freude machen die bunten Frühlingsblüher auch den Vierländer Gärtnern. Die Kulturdauer schwankt zwischen 8 und 10 Monaten und ist abhängig von der jeweiligen Art, der Kulturmethode und dem gewünschten Blühtermin. Der größte Teil zur Zeit angebotenen Primeln wird in heizbaren Glas- oder Folienhäusern bei sehr niedrigen Temperaturen Energie freundlich kultiviert.

Im Sommer liebt diese Primel reichlich Schatten und ab September (wenn die ersten Blätter von den Bäumen fallen) gewöhnen sie sich auch langsam ans volle Licht. Primeln schätzen einen feucht-kühlen Standort. Daher ist auf eine regelmäßige Bewässerung zu achten, trotzdem vertragen sie aber keine stauende Nässe. Eine dauerhafte Überwinterung ist nur mit Schutzmaterialien (Fichtenzweige oder dickere Laubschicht) möglich. Dieser natürliche Frostschutz darf erst abgenommen werden, wenn der Boden völlig aufgetaut ist.

Um die Knospen- und Blütenbildung im Frühling zu fördern, sollte ein Kali betonter Volldünger gegeben werden. Stickstoffgaben sind in dieser Zeit unbedingt zu vermeiden, denn sie verhindern eher eine rechtzeitige Knospenanlage. Mit ein wenig Hege und Pflege gelingt es, dass die Primeln gut aussehen. Mitunter faulen oder vergilben besonders die unteren Blätter- und Blütenpartien. Ein sorgfältiges Putzen ist dann unumgänglich. Wer seinen Frühling von vorn herein nicht zu tief und zu eng pflanzt, damit die Luft besser zirkulieren kann, wird mit schönen Blüten belohnt. Augenmerk und Fürsorglichkeit lassen die Valentins-Primeln zu dankbarsten Blühern werden. Es ist möglich, ältere Pflanzen durch Teilung zu vermehren, jedoch wird davon kaum Gebrauch gemacht.
Gartenbotschafter John Langley®

 


So weiss wie Schnee, so duftend wie Hyazinthen


Foto: Petra Schweim
Foto: Petra Schweim

Farbigkeit und Blütenduft sorgen auf das rechtzeitige Erwachen der gärtnerischen Kultur-Natur. Natürliche "Muntermacher" und spontan denkt man an Frühlingsblüher, wie die vielfarbigen Vierländer Stiefmütterchen mit ihren makellosen Blüten"gesichtern", an die gelben Trompeten - Narzissen und die kleinen Tete-á-Tete oder die variantenreichen Tulpen. Nicht zu vergessen sind dabei die kleinen, zarten, blaublütigen Muscari, die romantischen Vergißmeinnicht, die bunten Primeln oder empfindsamen Tausendschönchen. Sie alle buhlen um die Aufmerksamkeit der Verbraucher. Nicht nur Schneeglöckchen, Krokusse, Tazetten, Scilla, Primeln oder Tulpen und natürlich auch dufte Hyazinthes sind ein liebenswertes Mitbringsel quasi noch aus "Großmutters Zeiten" dennoch mit umweltbedachten, gärtnerisch, zeitgemäßen Anbau- und Kulturmethoden.
Und wer hätte es geahnt? Hyazinthen gelten als uralte Kulturpflanzen - es gibt sie schon mehr als 2000 Jahre. Seit dem frühen Mittelalter sind sie in Europa bekannt und erfreuen seitdem als kultivierte Duftpflanze Auge, Herz, Seele und die Nase. Was der Mensch als wohlriechend empfindet, ist wie immer reine "Geschmacks"frage. Und darüber wird nicht gestritten. Für den einen duften Hyazinthen einfach himmlisch, blumig-herb, orientalisch, für den anderen duftet es einfach etwas zu viel.

Im Garten zeigen Hyazinthen ihre Blüten naturgemäß von März bis Mai. Wer rechtzeitig vor dem Winter "präparierte" Zwiebeln in Schalen oder Töpfe gepflanzt hat, kann zur Belohnung schon jetzt den üppigen Frühling bewundern und sich an der sinnlichen Schönheit der Hyazinthen berauschen. Sogenannte Sprosshyazinthen stehen kurz vor der Blüte. Dicht besetzte Blütentrauben sorgen dann für entsprechenden Frühlingsduft. Die blauen Sorten duften meiner Meinung nach besonders intensiv.

Nach der Blütezeit sind die Zwiebeln so richtig ausgelaugt. Da sie keine Tochterzwiebeln bilden, sondern erneut aus derselben Schale blühen, lohnt es sich leider eigentlich nicht, sie bis zum nächsten Jahr rüber zu retten. Was in jedem Fall bleibt, ist die Erinnerung einer absoluten trendigen Klassikerin.

Gartenbotschafter John Langley®

 


Grüner "Tropenwald" gegen Stress


Gestresste Zeitgenossen wissen, wie gut es tut, sich intensiv und begeistert sich mit dem "blühenden Grün" zu beschäftigen. Die geduldigen "grünen Top(f)-Psychologen" sind für unseren seelischen Ausgleich gefragt denn je. Der "Tropenwald" im Topf hat eine lange Geschichte. Ägypter kultivierten bereits Pflanzen in Behältern, und vor rund 2.500 Jahren zeigten die Chinesen ihre blättrigen Exponate auf Gartenausstellungen. In vorchristlicher Zeit präsentierten bereits Griechen und Römer Lorbeerbäume in großen, irdenen Gefäßen. Und Pflanzen wurden im 16. Jahrhundert zum Schmücken von Festsälen und anderen Anlässen aufgestellt. Engländer bevorzugten in dieser Zeit als Fensterschmuck mediterrane Kräuter wie Majoran, Basilikum und Rosmarin. Und durch die Entwicklung der Warmwasser - Zentralheizung (1777) in Frankreich und fast zeitgleich in den Niederlanden war es möglich, dass eine Vielzahl von Pflanzen aus aller Welt bevorzugt aus Südamerika, Afrika, Asien und Australien in Wohnräumen "heimisch" werden konnten. Neuheiten wurden in botanischen Gärten bestaunt und besonders "adliges" wuchs in höfischen Gärten oder Orangerien. Um 1900 war die grüne, blühende, duftende und schmückende Zimmergrün - Auswahl bevorzugt auf widerstandsfähige Arten beschränkt. Diese Überlebenskünstler waren fähig, auch in dunklen, kühlen Zimmern zu gedeihen. In Kohlefeuer beheizten, zugigen Räumen überlebten vor allem buschige Farne, meterhohe Palmen und rankender Efeu. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte dieses möglich.

Mit größer werdenden Fenstern und gärtnerischem Know-how konnten in den folgenden Jahrzehnten immer mehr Pflanzen auf den Fensterbänken weiterwachsen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gehörten Begonien, Palmen, Cinerarien, Fuchsien, Clivien, Calceolarien, Alpenveilchen und Anthurien zu den beliebtesten Pflanzen. Viele erleben zur Zeit eine blühende Renaissance. Es gibt "böse" Zungen, die behaupten: Pflanzen im Zimmer sind ebenso widernatürlich wie Vögel in Käfigen. Stimmt diese Meinung wirklich? Der Gedanke, dass Menschen Pflanzen artfremd "gefangen" halten, ist allerdings nicht neu. Doch neben der Schönheit der Pflanzen war der Kontakt zur "fremden" Natur ein wichtiger Aspekt dafür, mit ihr zu leben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Zimmerpflanzen allmählich eine gesellschaftliche Funktion übernahmen. Man ist überzeugt davon, dass ein Leben mit Pflanzen, ein aktives Umgehen mit ihnen sich positiv auf die seelische Gesundheit auswirkt. Vielleicht ein Grund dafür, warum heute - statistisch gesehen - vermutlich in jedem bundesdeutschen Haushalt haben 28 Zimmerpflanzen einen Platz in unseren Herzen gefunden. Rund 41,4 Millionen Personenhaushalte in Deutschland erfreuen sich nicht nur an "Ficus & Co". Damit sich auch Pflanzen freuen können, sind für gesundes Wachstum der geeignete Standort, die Wünsche an Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Nahrung, Substrat und Wasser zu erfüllen. Ganz nach dem bekannten Werbemotto: "Geht es der Pflanze gut, freut sich der Mensch".
Gartenbotschafter John Langley®

 


Zeit zum Umtopfen


Die Tage werden wieder länger, dass ist genau die richtige Zeit, die Topfpflanzen einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Ist der Umzug in ein größeres Gefäß wirklich nötig? Umtopfen - für die einen ein staubiges Fiasko, für andere ein sinnlicher und nutzbringender Zeitvertreib. Natürlich muss nicht alles Grünes und Blühendes umgehend ein neues TOP(f)-Zuhause bekommen.
Nur wenn Wurzeln bereits in der Fensterbank verwachsen sind oder sich außerhalb des Domizils zeigen, wird es höchste Zeit für einen etwas größeren Topf und vor allem für "frisches" Substrat zu sorgen.
Was ist zu tun? Einfach und schnell kann "renaturiert" werden, wenn die Wurzeln gesund sind. Ein wenig Zeit ist erforderlich, wenn sich braune, nasse oder gar glitschige Wurzelfragmente zeigen. Dann stimmt es oftmals mit der fürsorglich gemeinten Pflege nicht so richtig. Vergossenes Dschungelgrün muss dann einer "Radikalkur" unterzogen werden. Es folgt zunächst ein harter Wurzelschnitt. Doch zuvor muss das alte, verbrauchte, vernässte Erdreich weitmöglich entfernt und dann ersetzt werden. Verfilztes Wurzelwerk lässt sich vorsichtig mit einer Gabel oder bei größeren Wurzelballen mit der Drahtbürste vorsichtig aufreißen. Schadhafte Wurzeln dabei gründlich wegschneiden. Dieser Arbeitsvorgang regt die Pflanze zum neuen Verwurzeln an. Vorausgesetzt, sie wird das Indoorgrün nicht wieder durch zu viel WASSER ertränkt.

Der neue Topf sollte - als geltende Faustregel - immer zwei bis drei Fingerbreit größer sein. Und wer darauf achtet, dass die Pflanze im neuen Behältnis auf gleicher Höhe zum Rand steht wie vorher, bereitet dem "Pflegeproband oder -Probandin" eine große Freude. Ob Ton- oder Plastiktöpfe - dem blühenden Grün ist das vermutlich egal. Neue Tontöpfen sollten vor dem Bepflanzen ins Wasser gelegt werden, damit keine Wasserkonkurrenz zwischen der sich vollsaugenden Tontopfwand und der "durstigen" Substrat entsteht. "Plastiktopf-Pflanzen" benötigen etwa ein Drittel weniger Wasser. Wer sehr sparsam ist, muss bei der Wiederverwendung gebrauchter Pflanzgefäße viel Zeit investieren. Allein das Entfernen der Salz- und Kalkreste mit Bürste und kochendem Wasser, um Krankheitskeime abzutöten, kostet viel Zeit und Energie.

Wer umpflanzt, darf besonders bei allen höheren, größeren Pflanzgefäßen eine zwei bis drei Zentimeter starke Dränageschicht aus Tontopfscherben oder Blähton im inneren des Topfbodens nicht vergessen. Der Grund: So kann das überschüssige Gießwasser sicher ablaufen (eine Untertopfschale fängt das Wasser auf), es bildet sich im Substrat (Blumentopferde) keine Staunässe, die unweigerlich zu Wurzelfäule führen würde.

Heute gibt es die verschiedensten Blumenerden-Spezial-Substrate, so dass es möglich ist, für "sein" Zimmergrün das Richtige zu finden. Je billiger die "Erde", um so weniger nutzt sie langfristig der Pflanze. Qualität ist immer ein zuverlässiger Garant für grüne und blühende Lebensdauer.

Jedes Umtopfen bereitet dem Gewächs Stress, denn es muss neue Wurzeln bilden. Damit nicht mehr Wasser über die Blätter verdunstet, als über das zunächst "ramponierte" Wurzelsystem nachgeliefert werden kann, sollten die Umgetopften etwa zwei Wochen vor zu viel Sonnenlicht geschützt werden. (Was in diesen Tagen kein Problem sein sollte)

Gartenbotschafter John Langley®