Natürlich Gärtnern auf dem 'Appelbarg'


Seit es Gärten gibt, sorgen gepflanzte Artenvielfalt für unerwartete Lebensräume. Verborgene naturnahe fast versteckte Nischen fördern die Motivation für weitere gärtnerische Ideen. Unerwartete Durch- und Einblicke in blühende und wachsende Natur wird durch die Jahreszeiten immer intensiver und spannender. Wer anders und unerwartet harmonische Ruhezonen, duftende Blütenerlebnisse oder "nur" das frische Grün, plätschernde Wasser oder das stimmungsvolle der Sonne oder Mondes wahrnimmt erlebt seinen Garten als erweiterter Wohnraum. Romantisch und verspielt, modern und gradlinig, zeitgemäß schön. Das ist Entspannung pur. Gartenbotschafter John Langley®


Nicht nur am Löwenzahn naschen



In einer Zeit, in der wir oft nicht mehr so ganz genau wissen, wo unsere Nahrung eigentlich überall herkommt, erhält das ernährungsorientierte Gärtnern eine neue und vor allem nachhaltige Bedeutung. Deshalb wird sich "ab sofort" über die oft ungewünschte "Spontan-Botanik" (Unkraut) im Garten gefreut. Viele Wildkräuter, die dort ungefragt wachsen, sind essbar. Junge Brennnesseln, Giersch, Löwenzahn, Vogelmiere oder zarte Gänseblümchenblätter aus dem Rasen schmecken ähnlich wie Feldsalat.
Wer beispielsweise gezielt nach Wildobstsorten fragt, wird vorzugsweise in seiner regionalen Baumschulen fündig. Warum nicht einmal Kornelkirschen naschen? Die bereits früh im Jahr gelb blühenden Gehölze bilden im Herbst ihre dattelähnlichen roten Früchte, die je nach Erntezeitpunkt süß-säuerlich bis mehlig-süß schmecken. Natürlich braucht keiner bis zum Herbst zu warten.
Völlig zu Unrecht sind die Kenntnisse über essbare Früchte heimischer oder eingebürgerter Wild- und Ziergehölze weitgehend in Vergessenheit geraten. Hier und da werden alte Apfelsorten neu entdeckt, doch bei vielen anderen Arten kennt so mancher noch nicht einmal mehr die Früchte selbst.
Die Königin unter den Wildobstarten ist unbestritten die Rose. Sowohl die Blütenblätter edler Duftrosen als auch die Hagebutten der Wildrosen sind natürliche Grundlage für eine Vielzahl köstlicher Leckereien. Wer beispielsweise Schwarzen Holunder oder Sand- und Weißdorn pflanzt, wird wohlschmeckende, vitaminreiche Früchte ernten. Ungewöhnliches Obst lässt sich auch von Berberitze, Mahonie, Aronia, Schlehe, Eberesche und Mispel pflücken.
Wildfrüchte sind ohne Zweifel vielen Kulturobstsorten durch einen wesentlich höheren Vitamingehalt, intensiveren Geschmack und gesundheitsstärkende Inhaltsstoffe überlegen. Wer Vogelbeeren in den Garten bringt, sollte auch an vitaminreiches Wildobst denken. Und noch ein Plus: Diese nützlichen Gehölze benötigen fast keine Pflege (quasi "pflegeleichter" Garten) und keinen zusätzlichen Dünger, weil sie sich bereits Jahrzehnte in der Natur bewährt haben.
Bequem und vor allem mobil können in Töpfen und Kübeln ebenso Erd-, Preisel-, Heidel-, Him-, Brom-, Stachel- und Johannisbeeren kultiviert werden. Neue gärtnerische Züchtungen machen das möglich. Voraussetzung für das naturgerechte Gedeihen der Pflanzen ist in jedem Fall ein gut bearbeiteter Boden. Ziel dabei ist es, den Boden möglichst feinkrümelig zu machen. Der Vorteil liegt fast auf der Hand....ein ausgewogenes Verhältnis zwischen grob- und feinporig ermöglicht das Eindringen von Luft, Wasser und Nährstoffen. Erst damit kann ein lebenswichtiger Nährstoffkreislauf funktionieren.
Nicht nur die vorgestellten Wildgehölze sind eine Bereicherung für jeden Garten. Sie eignen sich als Solitäre oder als Bodendecker. Ihre Blüten und Früchte sind auch Nahrung für die heimische Tierwelt. Die Pflanzen selbst sind meist frei von Schädlingen und Krankheiten. Die Früchte der unzähligen Wildobstarten, die Blüten, Früchte oder Blätter vieler Pflanzen nicht nur im Garten sind einfach viel zu wertvoll, um unentdeckt zu bleiben.
Gartenbotschafter John Langley®

Bienenweide - Nektarbotanik - Insektenfreundlich



Garten der Sinne - Begreifen durch Anfassen



Wenn es stimmt, dass nicht das Gehirn allein denkt, sondern der ganze Mensch, dann macht es Sinn, dass wir Erdenbewohner mit allen Sinnen unsere Natur ertasten, sehen, hören, riechen und verstehen. Natürlich ist jedes grüne Refugium (wo auch immer) ein "Garten der Sinne". Und natürlich benötigen wir "lebende" Pflanzen, ungeachtet, ob wir gesund, alt oder erkrankt sind.
Es ist kein Wunder, wenn unsere Augen sich jetzt an den wunderschönen Frühlingsblühern erfreuen. Es ist erholsam, wenn wir bewusst in die Natur lauschen. Oder einmal ganz Ohr sind für das, was sich da im Grünen so alles tut und wir quasi die junge Natur wachsen hören. Empfinden hat einen tieferen Sinn, denn erst wenn wir etwas fühlen, sehen wir es richtig. "Begreifen durch Anfassen." (Zitat von Loki Schmidt †) Einfach mal mit den Fingern zart über die flauschige Kätzchenweide - ganz im angesagten aktuellen Samt-Trend – streicheln oder nur behutsam anfassen.
Es liegt was in der Luft wenn unsere Geruchsmoleküle beispielsweise blühende Dichter-Narzissen wahrnehmen. Das Wunderwerk Nase "freut" sich auf frisch geschnittenen Rasen (geht mir immer so) - sofort werden Erinnerungen wach. Wenn bald der Flieder duftet, dann lässt er uns von Frühlingserlebnissen träumen. Die unterschiedlichsten Aromen des Gartens sind oft der Schlüssel zur Traumwelt und zur Vergangenheit. Aber erst das Zusammenwirken von Geruchs- und Geschmacksinn befähigt uns zum ganzheitlichen Genuss. Natürlich hat auch die Zunge ihr "blumiges" Vergnügen, wenn sie ein frisches Blättchen der noch jungen Zitronenmelisse spürt. Besonders mediterrane Kräuter sorgen für sinnbetontes Entdecken. Es sind die Gräser, deren leises Rascheln den Windhauch erleb- und hörbar machen.
Natur ganz ohne Reize gibt es nicht. Oft wird zunächst nur das Auge angesprochen. Andere, fast vergessene oder "unberührte" Sinnerlebnisse ergeben sich zufällig und bleiben oft unentdeckt, weil unsere Wahrnehmung gar nicht darauf eingestellt ist. Dabei spürt jeder sofort, wie die intensivere Begegnung mit Pflanzen nachhaltig entspannt. Bewusstes Fühlen, Riechen, Hören, Schmecken und natürlich das optische Entdecken schärft nicht nur die Sinne, sondern öffnet auch die "grünen" Herzen für die Natur.
Die Freude am Aufenthalt in blühender, duftender Umgebung verbessert für die meisten Menschen die Lebensqualität. Und wer sich nicht mit Pollen plagt, wird über diese Lebensfreude auch uneingeschränkt positiv berichten können.
Zu jedem Garten gehört auch ein Ort der Stille, eine kleine lauschige Ecke zum Verweilen oder sich einfach nur zu entspannt auszuruhen. Der "Garten der Sinne" tut einfach nur gut.
AKTUALITÄT zwingt unsere Gesellschaft gerade zu entschleunigen. Möglicherweise kann nicht nur der eigene Garten, die mit Pflanzen dekorierte Terrasse oder eine abwechslungsreiche Balkonbotanik unsere "durcheinandergewirbelten" Sinne wieder zukunftsorientiert "etwas" ordnen. Gartenbotschafter John Langley®


Grundgenug, dass man sich bei der sogenannten „Gartenarbeit“ viel lieber für ein modernes Pausenmanagement oder grünes Wellness-Programm und damit für das Gardening entschiedet. Für mich als Gartenbotschafter bedeutet „faul sein“ ab sofort auch erfolgreich zu sein. Und spontan geht mir dabei durch den Kopf, dass dieses faulenzerisches Nix tun auch gut für den Umweltschutz sein müsste. Warum??? Klar, Faule reißen keine Bäume aus, fällen keine Sträucher oder schneiden im Herbst im Aufräumwahn alles nieder, was da im Garten nur so rum steht. 


Faule sind gute Energiesparer, denn wer viel ruht, braucht weniger Energie, Strom und andere wertvolle Ressourcen und den oft übertriebenen Maschinenpark unterstützend im Garten zu mobilisieren. Faule sind selten misstrauisch, denn sie vertrauen meist darauf, dass schon alles gut gehen wird. Mit Faulen gibt es fast keinen unnötigen Streit über den Gartenzaun, sie mischen sich nicht in fremde Angelegenheiten ein. Faule haben viel mehr Zeit für ihr selbstständig wachsende, fruchtende und blühende Botanik. Um es noch auf den grünen Punkt zu bringen. "Faulheit ist der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit." Wer kann so etwas einmal gesagt haben? Richtig! Immanuel Kant, 1724–1804; deutscher Philosoph. Deshalb gilt für mich für das diesjährige Gartenjahr, alles etwas ruhiger etwas fauler, langsamer und gelassener angehen zu lassen.

 

Fazit: Gärtnern beginnt NATÜRLICH im Kopf und endet jetzt NICHT mehr im Rücken.


Steinreicher Naturgarten